Jens Lapidus: Mr. One

Der Traum vom schnellen Geld verspricht Macht und grenzenlose Unabhängigkeit. Doch die Schattenwelt der Metropolen ist ein Mahlstrom, in dem Respekt nur durch Gewalt erkauft wird. Die Desperados an der Spitze von Kartellen und Clans mögen kurzzeitig unantastbar erscheinen, doch die Uhr tickt unerbittlich. Am Ende wartet oft die Justiz – oder ein noch härteres Gericht. Denn wer an der Spitze steht, besitzt nicht nur Reichtum, sondern zieht auch unzählige Feinde an: loyale Konkurrenten, Verräter, die als „Ratten“ die Struktur aushöhlen, und rivalisierende Organisationen, die jede Schwäche als Einladung zum Angriff begreifen. Der Preis für den Thron ist ewige Paranoia.

Doch was, wenn das Gewissen erwacht? Was, wenn der Boss aussteigen will, weil die Verantwortung für sich und andere das Gangsterleben überwiegt? Der Wunsch nach Legalität wird zum ultimativen Himmelfahrtskommando, denn die Gefahr, liquidiert zu werden und alles Verlorene endgültig zu begraben, ist allgegenwärtig. Der Ausstieg ist der seltenste Traum der Unterwelt.

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Freida McFadden: Der Lehrer

Eigentlich hat Eve Bennett ein gutes Leben. Sie ist Mathelehrerin an der örtlichen Highschool und mit Nate verheiratet, der dort Englisch unterrichtet. Doch im letzten Jahr wurde die Schule von einem Skandal erschüttert, in dessen Zentrum eine Schülerin stand. Und in diesem Jahr ist genau diese Schülerin in Eves Klasse. Addie kann man nicht trauen – sie lügt und verletzt Menschen. Aber niemand kennt die wahre Addie. Niemand kennt das Geheimnis, das sie zerstören könnte. Und Addie würde alles dafür tun, dass es so bleibt. Ihr einziger Lichtblick in diesem Schuljahr ist ihr neuer Englischlehrer Nate Bennett.

Das Buch ist in drei Teile gegliedert. Im ersten liegt der Fokus auf Eve und Addie, im zweiten auf Nate und Addie, und der dritte entwirrt die Ereignisse und steigert die Spannung bis zum Finale. Die Kapitel sind kurz, das Erzähltempo ist hoch – und die Spannung erst recht. Durch Cliffhanger wird es nahezu unmöglich, das Buch aus der Hand zu legen. Man greift immer wieder danach und nutzt jede freie Minute zum Weiterlesen.

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Joachim F. Kuck: Mörderney: Das Grab im Sand

Ein unterhaltsamer, leichter, dennoch recht spannender Insel-Krimi.

Zum zweiten Mal begegnen wir auf Norderney der jungen, engagierten Journalistin Tilla, die eigentlich besser Polizistin geworden wäre, weil sie dann offiziell ermitteln dürfte, was sie jetzt wieder auf eigene Faust und zum Missfallen vieler, allen voran ihres Vaters Enno, dem Kommissar auf der Insel, tut. Gemeinsam mit ihrem neuen Freund, dem etwas weltfremd wirkenden, schüchternen Pfarrer Hark, der vor vier Monaten auf der Insel gestrandet ist und seitdem eigentlich mehr Trübsal bläst, als sich Gedanken darüber zu machen, was er mit seinem Leben in Zukunft anfangen will, und der geflissentlich die Aufforderungen seines Dekans ignoriert, der ihn bittet, endlich in seine Gemeinde zurückzukommen, will Tilla unbedingt den Tod des einzigen Obdachlosen auf der Insel aufklären.

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James Islington: The Strength of the Few: Hierarchy 02

Nachdem „The Will of the Many“ nach seinem triumphalen Siegeszug durch den angloamerikanischen Sprachraum auch hierzulande an den Kassen der Buchhandlungen punkten konnte, warteten Fans und Lesende gespannt auf den zweiten Teil der Trilogie. Der Adrian Verlag präsentiert diesen dankenswerterweise nur kurze Zeit nach der englischsprachigen Originalausgabe.

Mit diesem Roman gelingt es James Islington, seinen vielversprechenden Serienauftakt auf ein neues, höheres Niveau zu heben und die großen Erwartungen, die an die Fortsetzung geknüpft wurden, zu erfüllen. Mit „The Will of the Many“ legte der Verfasser sinnbildlich einen soliden Grundstein, ein festes Fundament, auf dem er nun seinen ambitionierten, komplexen und emotional mitreißenden zweiten Teil errichtet.

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Zara Reed: Game of Greed

Im Leben bekommt man nichts geschenkt. Das weiß Jayna besser als jede andere. Um ihr teures Pharmakologiestudium und die Krebsbehandlung ihrer Mutter zu finanzieren, spielt sie das Sugar Babe für den Eigentümer und CEO des Großkonzerns Addington Pharmaceuticals. Das wird ihr allerdings zum Verhängnis, als sie ausgerechnet mit dessen Sohn Xavier eine Affäre anfängt – und schließlich sogar ein tödliches Geheimnis enthüllt …

Wow, was habe ich hier bitte gelesen?

Am Anfang dachte ich noch, es sei eine recht harmlose Geschichte. Aber plötzlich änderte sich alles. Es geht hier viel um Unterdrückung, familiäre Probleme und Gewalt, man sollte also auf die Triggerwarnung in dem Buch achten.

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Justinus Kerner: Das Mädchen von Orlach (1834)

Der Arzt und Dichter Justinus Kerner lebte von 1786 bis 1862. Eine editorische Notiz gleich zu Anfang des Textes erläutert, dass dieses Buch Kerners Schriftstück „Geschichten Besessener neuerer Zeit“ folgt. Justinus Kerner beschäftigte sich damals auch mit Spiritismus im zeitgenössischen Kontext.

Die Geschichte um das Bauernmädchen Magdalene hat Justinus Kerner nach einer wahren Begebenheit, die sich in der Zeit zwischen 1831 und 1833 zugetragen hat, verfasst.

Zum Inhalt

Die junge Magdalene Gronbach lebte in einem kleinen Ort in Württemberg. Das Mädchen verfiel in jugendlichen Jahren immer wieder in beunruhigende, unerklärliche Trancezustände, in denen sie Geistererscheinungen hatte. Dieses Leiden wurde mit der Zeit immer heftiger. Magdalenes Eltern konsultierten Ärzte und Pfarrer, die ihrem Kind helfen sollten.

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Kathy Biggs:  Wie Schiffe auf stürmischer See

Tränenreicher und kitschiger, aber spannender Schmöker um eine traumatisierte Tränenreicher und kitschiger, aber spannender Schmöker um eine traumatisierte Familie

Auch wenn in diesem Roman strömeweise die Tränen fließen, auch wenn mir die Protagonistin irgendwann ziemlich auf die Nerven geht wegen ihrer weinerlichen, panischen Art, so habe ich dieses Buch dennoch verschlungen. Denn es ist ein rechter Schmöker, der ziemlich geschickt Spannung aufbaut.

Grace lebt mit ihrem Vater, der immer mehr in der Demenz versinkt, auf der heruntergekommenen Farm der Familie. Sie arbeitet zeitweise in einem Anwaltsbüro, kümmert sich jedoch hauptsächlich um den Vater, der fast rund um die Uhr betreut werden muss. Ihre Mutter ist vor einigen Jahren gestorben, und ihr Bruder starb beim Untergang seines Schiffes. So zumindest bisher der Glaube von Grace und ihrem Vater.

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Anna Schneider: Grenzfall: Ihr Grab in den Fluten

Heftige Unwetter und Naturkatastrophen erleben wir in den letzten Jahren ja leider immer häufiger. Das wird sich wohl auch nicht mehr zum Positiven ändern.

Ein solches Unwetter hat Anna Schneider, inspiriert von der Flutkatastrophe im Ahrtal, als Setting für ihren 6. „Grenzfall“ genommen. Eine Reihe, die in der Karwendelregion auf deutscher wie auf österreichischer Seite spielt und die Zusammenarbeit zwischen der Kripo Weilheim und dem LKA Tirol auch mal außerhalb der bürokratischen Hürden gut gelingen lässt. Dank der sympathischen und liebevoll gezeichneten Charaktere der Beamten auf beiden Seiten der Grenze: zum einen Oberkommissarin Alexa Jahn und ihr Kollege Florian Huber auf deutscher Seite und Kommissar Bernhard Krammer vom LKA Tirol mit seiner Kollegin Rosa, die auch mal fünf gerade sein lassen, um in einer Ermittlung weiterzukommen. Bernhard hat sich damit in letzter Zeit den ein oder anderen Rüffel eingefangen, das stört ihn aber nicht weiter. Seit Kurzem wissen Bernhard und Alexa außerdem, dass sie Vater und Tochter sind, behalten das aber möglichst für sich; lediglich Rosa weiß Bescheid und unterstützt auch den ein oder anderen väterlichen Alleingang, wenn Bernhard meint, Alexa beistehen zu müssen. Dass er sich ab und zu auch in ihr Privatleben einmischt, missbilligt Rosa zwar, aber verhindern kann sie es nicht. Die Vaterrolle ist eben noch recht neu und entsprechend ungewohnt.

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Amber Hamilton: Seven Deadly Thorns: Ein Herz so schwarz wie Ebenholz

Einst waren die Nachbarn Verbündete, vielleicht gar Freunde. Doch dann gerieten die beiden Reiche in einen Konflikt, der desaströse Auswirkungen für Aragoa hatte.

Ein magisch verursachter, giftiger Nebel zog durch das Reich – hinterließ vergiftete Felder und Plantagen sowie verlassene, tote Ortschaften. Diejenigen, die sich retten konnten, flohen in die magische Schutzkuppel, welche die Magier Aragoas um die königliche Burg errichtet hatten. Doch die Nahrung wird immer knapper, die Ressourcen schwinden. Das Königshaus ließ, um einem vermeintlichen Verrat zuvorzukommen, alle eigenen Magier zu Verrätern erklären und sie jagen und meucheln.

Als der König vor Kurzem einfach tot umfiel, veranlasste dies seine Gemahlin, ihren Attentäter – gemeinhin nur als „der Jäger“ bekannt – und ihre Truppe auf die Suche nach allen Magiern in der Burg zu entsenden. Ihre Mission: finden und töten.

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R.C. Sherriff: Vor uns die Zeit

R.C. Sherriffs Klassiker „Vor uns die Zeit“ aus dem Jahr 1936 (Original: „Greengates“) ist ein stilles, sehr genau beobachtetes Buch über den Schock des Ruhestands, die Furcht vor dem Bedeutungsverlust – und die unerwartete zweite Chance in einem Neubaugebiet auf dem Land. Hinter der unscheinbaren Geschichte eines Londoner Durchschnittsehepaars verbirgt sich ein erstaunlich modernes Buch über Neubeginn, Wohnträume und soziale Zugehörigkeit im Älterwerden.​

Inhalt

Im Zentrum steht Tom Baldwin, der nach rund vier Jahrzehnten als Angestellter einer Londoner Versicherung in den Ruhestand geht und sich ausmalt, wie nun endlich die „eigene Zeit“ beginnt. Die Realität sieht anders aus: Lange Nachmittage, Langeweile, kleinliche Reibereien mit seiner Frau Edith – das vertraute Heim wird zum Schauplatz einer Sinnkrise, die sich bedrohlicher anfühlt, als Tom erwartet hatte.​

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