Rebecca Martin: Die kleine Zitronenfarm am Gardasee

Nach dem Tod ihrer Nonna muss Isabella sich allein um die kleine Villa am Gardasee samt Zitronenplantage kümmern, doch das Erbe steckt bereits seit Jahren in Schulden. Ausgerechnet ihre erste große Liebe Raffaele de Luca setzt alles daran, das Anwesen zu kaufen – als sei sein Anblick nicht schon schwer genug, ohne dass er droht, Isabella ihr geliebtes Zuhause wegzunehmen. Gemeinsam mit ihren beiden besten Freundinnen aus der Schulzeit sucht sie fieberhaft nach einer Lösung.

Titel wie „Die kleine Zitronenfarm am Gardasee“ sind für gewöhnlich nicht das Genre, zu dem ich bevorzugt greife; da die Protagonistin und ich uns jedoch den gleichen Namen teilen, wollte ich dem Abenteuer Wohlfühlroman zumindest eine Chance geben. Es muss ja nicht immer alles düster und tiefgründig sein, manchmal braucht die Fantasie eben einen kurzen Urlaub in Italien.

Leider ist dieses Buch jedoch mehr als enttäuschend. Über fehlende Charakterentwicklung (oder fehlenden Charakter) bei den Figuren bin ich bereit hinwegzublicken; auch die Abwesenheit eines logisch-dramatischen Plots gehört vielleicht einfach zum Genre. Aber muss es so schlecht geschrieben sein? Dabei rede ich nicht einmal von der überragenden Empathie, die die Protagonistin sich zuschreibt, weil sie an den Tränen ihrer besten Freundin erkennt, dass etwas nicht in Ordnung ist. Oder darüber, dass Sätze oft dreifach erklärt werden, als werde hier von einem extrem dummen Leser ausgegangen. Meine Frage ist viel simpler als das: Wie viel Plusquamperfekt verträgt ein Buch, das bei einem der größten deutschsprachigen Verlage durchs Lektorat gegangen ist?

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Katie Kento: Missing Page: Tödliche Worte

Die 17-jährige Toni ergattert einen Platz bei einem exklusiven Schreibworkshop in Schottland, geleitet von keinem Geringeren als dem berühmten, aber exzentrischen Autor Richard Giffard. Doch die anfängliche Vorfreude schlägt schnell in pure Anspannung um. Giffard lässt eine Bombe platzen: Er will sein gesamtes Vermögen dem größten Talent der Gruppe vermachen. Als ein heftiger Sturm das abgelegene Anwesen komplett von der Außenwelt abschneidet, bricht das Chaos aus. Mysteriöse Ereignisse häufen sich, und schließlich geschieht ein Mord. Toni gerät selbst ins Visier der Ermittlungen. Das Problem: Sie leidet unter Schlafwandeln und beginnt zunehmend, an ihrer eigenen Wahrnehmung und Unschuld zu zweifeln.

Hier erleben wir eine Protagonistin, die an sich selbst zweifelt.

Toni ist eine ungemein spannende und greifbare Protagonistin. Ihre tief sitzende Unsicherheit macht sie sympathisch, doch es ist vor allem ihr Schlafwandeln, das dem Buch eine psychologische Tiefe verleiht. Weil sie sich nicht an ihre nächtlichen Ausflüge erinnern kann, zweifelt sie selbst an ihrer Wahrnehmung. Das sorgt beim Lesen für eine Extraportion Nervenkitzel, da man sich nie ganz sicher sein kann, was real ist. Ein schönes Detail ist zudem die Verbindung zu ihrer Mutter, einer ehemaligen Kommissarin. Dieser familiäre Hintergrund verleiht Tonis analytischem Handeln eine glaubwürdige Basis und interessante Tiefe.

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Caren Benedikt: Schlosshotel Fuschl

Ein Jahr lang dürfen wir uns in diesem neuen Roman von Caren Benedikt in zwei wunderschönen Hotels in und in der Nähe von Salzburg aufhalten, die es auch heute noch gibt. Zum einen der „Goldene Hirsch“ in der Stadt Salzburg selbst, dann das „Schlosshotel Fuschl“ am Fuschlsee, nicht weit von Salzburg entfernt. Gemeinsam mit der Familie der Theresa von Reuschenberg, der beide Hotels gehören und die sie mit Liebe zum Detail und sehr viel Leidenschaft führt, erleben wir ein recht turbulentes Jahr – geschäftlich wie privat. Es ist gerade alles ziemlich chaotisch im „Goldenen Hirsch“, Theresa weiß manchmal nicht, wo ihr der Kopf steht.

Die Salzburger Festspiele laufen, Hotel und Restaurant sind ausgebucht, die High Society geht hier ein und aus. Am Fuschlsee laufen die Dreharbeiten zum ersten „Sissi“-Film, das Schlosshotel dient als Kulisse für Schloss Possenhofen, wo die spätere Kaiserin Sissi aufgewachsen ist. Es ist also genug zu tun für Theresa und ihre Mitarbeiter. Gleichzeitig ist die gesamte Familie in den Hotelbetrieb eingebunden. Theresas Mann Paul, ehemaliger Tennis- und Skichampion, unterrichtet die Gäste im Sommer im Tennis, im Winter im Skilaufen. Sophia und Marie, die Töchter, werden im Service, als Zimmermädchen und wo es sonst gerade Not tut, eingespannt. Sophia soll, wenn es nach Theresa geht, einmal die Leitung der Hotels übernehmen, Marie studiert am Mozarteum, sie wird nur in ihrer Freizeit eingebunden, was zwischen den Schwestern häufiger mal zu Spannungen führt. Theresas Pläne sind jedoch nicht die ihrer Kinder.

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James Islington: The Shadow Of What Was Lost: Die Licanius-Trilogie 01

Zwanzig Jahre ist es her, dass die Herrschaft der Auguren, magisch begabter Seher, in Blut und Gewalt unterging. Seitdem leben alle Begabten unter Generalverdacht. Die wenigen Überlebenden der Säuberungen, ebenso wie neu entdeckte Talente, stehen unter der erbarmungslosen Kontrolle der Administration. Wer seine Kräfte außerhalb der streng reglementierten Refugien nutzt, wer sich der Fessel oder der Bindung durch den vierten Grundsatz entzieht, bezahlt dafür mit Schmerz – und dem Verlust seiner Magie!

Davian steht kurz vor seiner Prüfung. Seit Jahren wird er ausgebildet, doch die Essenz zu binden gelingt ihm noch immer nicht. Während andere ihre Fähigkeiten meistern, bleibt ihm nur ein verstörendes Talent. Er erkennt Lügen als schwarze Schatten in der Luft. Ausgerechnet diese Gabe aber gilt als Kennzeichen der verhassten Auguren und wird mit dem Tod bestraft. Davian droht nicht nur das Scheitern, sondern die vollständige Blockierung seiner Kräfte und damit, der soziale Absturz in die rechtlose Existenz eines Schatten.

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S.T Abby: Blood: Du sollst bereuen

Lana Meyers führt ein perfektes Doppelleben. Sie ist seit kurzem in einer glücklichen Beziehung mit dem FBI-Agent Logan Bennet, gleichzeitig ist sie aber auch die meistgesuchte Serienmörderin des Landes, und er ist auf der Jagd nach ihr. Nur weiß er nicht, was sie von ihm verbirgt. Noch gelingt es Lana, ihre geheime Identität zu verbergen, doch ein einziger Fehler könnte ihr gesamtes Kartenhaus zum Einsturz bringen …

Die Geschichte schließt direkt an die Ereignisse des ersten Bandes an. Dadurch ist man sofort wieder mitten im Geschehen, was den Wiedereinstieg sehr leicht macht. Wie schon der Vorgänger endet auch dieser Teil mit einem fiesen, nervenaufreibenden Cliffhanger, der mich sprachlos zurückgelassen hat und ich mir jetzt die ganze Zeit Gedanken darüber machen werde, bis ich den dritten Band lesen kann.

Im direkten Vergleich zu Band eins muss ich allerdings sagen, dass dieses Buch für mich ein kleines bisschen schwächer war. Die Story brauchte dieses Mal etwas länger, um richtig in Fahrt zu kommen. Stellenweise war mir der gesamte FBI-Ermittlungsteil auch etwas zu weit hergeholt. Manche Wendungen und Vorgehensweisen der Behörde wirken auf mich nicht ganz schlüssig und haben die Glaubwürdigkeit an der Jagd ein bisschen geschmälert.

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Rüdiger Bertram, Mateo Dineen: Ninas Monster: Falsch geliefert


Die meisten Kinder kennen die Vorstellung von Monstern unter dem Bett. Nina dagegen hat ein ganz anderes Problem: Sie wünscht sich sehnlichst ein Beschützer-Monster an ihrer Seite. Schon dieser Perspektivwechsel macht Ninas Monster – Falsch geliefert zu einem erfrischenden Kinderbuch, das bekannte Motive auf dem Kopf stellt. Wer eine warmherzige, fantasievolle Geschichte mit viel Witz, liebenswerten Figuren und charmanten Illustrationen sucht, dürfte hier gut unterhalten werden.

In Ninas Welt lassen sich Monster ganz unkompliziert aus einem Katalog bestellen. Doch wie der Titel bereits verrät, läuft nicht alles nach Plan. Ohne zu viel vorwegzunehmen: Es geht um Wünsche, enttäuschte Erwartungen, Freundschaft und darum, aus unerwarteten Situationen das Beste zu machen. Deshalb finde ich das Buch besonders geeignet für Grundschulkinder und für Eltern, die gemeinsam mit ihren Kindern lachen möchten.

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Bernhard Kegel: Rettung durch schnelle Evolution

Ist dies ein Sachbuch, das uns trotz Klimawandel, Diversitätsverlust und Artensterben endlich ein wenig Mut machen könnte? Das ist es in der Tat. Bernhard Kegel schafft es auch in seinem neuesten Werk wieder einmal, Wissenschaft verständlich zu erklären. Er beleuchtet Gefahren, Fakten, Chancen und schafft es dabei, diese ausgewogen darzustellen. Seinen Fokus lenkt er auf ein Thema, welches bislang kaum in den Medien präsent ist. Ob in Korallenriffen, in der Savanne oder den Urwäldern – manche Arten vollziehen im Stillen evolutionäre Schritte, um sich den von Menschen gemachten Katastrophen anzupassen. Das liest sich superspannend. Und zeigt uns: Wenn die Natur es schafft, sich so clever zu verändern, dann sollten wir Menschen erst recht dazu in der Lage sein. Ansonsten wären Grillen, Echsen und Elefanten (Bakterien sowieso) um ein Vielfaches klüger als wir!

Mensch verändert Ökosysteme
Es gibt kaum ein Ökosystem, das der Mensch nicht verändert hat. Durch den Klimawandel steigen die Temperaturen, vor allem in den Meeren. Er schleppt fremde Arten in neue Habitate ein, die dort für allerlei Probleme sorgen. Er zerstört Lebensräume, verschmutzt die Umwelt, macht durch Pestizide ganze Ökosysteme platt. Zudem bringt er Arten durch intensive Jagd an den Rand des Aussterbens. All dies führt zu einem Selektionsdruck, welcher diejenigen belohnt und zur Fortpflanzung bringt, die sich besser auf die Bedrohungen einstellen können.

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S.T. Abby: Secret: Du sollst mich fürchten

Suchtpotenzial pur! Ich habe dieses Buch buchstäblich inhaliert und innerhalb weniger Stunden in einem Rutsch durchgelesen. Die Geschichte hat mich von der ersten Seite an so extrem gefesselt, dass ich das Buch einfach nicht mehr aus der Hand legen konnte. Seit langem ein Buch, das mich nicht eher losgelassen hat, bis ich es beendet habe.

Worum geht es?

Im Mittelpunkt der Handlung steht eine faszinierende Serienkillerin auf einem gnadenlosen Rachefeldzug. Das ohnehin schon packende Grundgerüst gewinnt zusätzlich an Dynamik, als ein FBI-Agent die Bildfläche betritt. Zwischen den beiden spinnt sich eine hochgradig intensive und komplexe Beziehung. Als Leser gerät man schnell in einen emotionalen Strudel und fragt sich ununterbrochen: Zieht sie ihren Racheplan eiskalt durch? Setzt sie dafür diese neue, tiefgehende Verbindung aufs Spiel? Oder nimmt das Ganze eine völlig unerwartete Wendung?

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Ralf Langroth: Schwarzer Samstag

Herbst 1962, die Kuba-Krise sorgt für Angst und Unruhe unter der deutschen Bevölkerung. Die Menschen haben Angst vor einem Einmarsch der Sowjets oder gar einem Atomschlag. Das ist der Rahmen, in dem der fünfte Teil der Reihe um BKA-Mann Philipp Gerber und die Politikjournalistin Eva Herden spielt. Während Philipp in Hamburg gegen eine Organisation ermittelt, die Waffen nach Kuba liefert, wird Eva, die inzwischen beim Bonner Büro des „Spiegel“ arbeitet, nach Kuba geschickt, um vor Ort für eine Reportage zu recherchieren. Eva gerät dabei ins Visier genau der Organisation, gegen die Philipp ermittelt und begibt sich mehrfach in Lebensgefahr. Philipp gerät in Hamburg mitten ins Kiez-Milieu und in die Spiegel-Affäre um Franz-Josef Strauß und Rudolf Augstein, die zu einer der größten innenpolitischen Krisen der BRD wurde.

Was den Leser in diesem präzise recherchierten Thriller erwartet, ist wieder eine sehr lebendige, realistische Darstellung der politischen und gesellschaftlichen Gegebenheiten Anfang der 1960er Jahre.

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Emylia Hall: The Shell House Detectives: Der Fremde am Strand.

Ally Bright, Anfang 60, lebt zurückgezogen im fiktiven Örtchen Porthpella in Cornwall. Doch dann reißen sie dramatische Ereignisse aus dem Schneckenhaus, in das sie sich nicht erst seit dem Tod ihres Mannes, eines ehemaligen Polizisten, zurückgezogen hat.

Eines Abends steht ein verzweifelter junger Mann vor ihrer Tür, auf der Suche nach Hilfe. Alles, was sie seinen verworrenen Worten entnehmen kann, ist, dass er ihren verstorbenen Mann kannte. Am nächsten Tag wird er schwer verletzt am Fuße der Klippen gefunden. Die Polizei hakt den Fall bereits als Selbstmordversuch ab, obwohl Pascoe noch im Koma liegt.

Ally hat ein schlechtes Gewissen, da sie dem Mann nicht hat helfen können, und geht der Sache nach. Als sie mehr über die Hintergründe erfährt, zweifelt sie an der Selbstmordtheorie. Der Tote, Lewis Pascoe, kam gerade aus dem Gefängnis frei und wollte zu seiner Großmutter, doch die ist mittlerweile gestorben, und ihr altes Küstenhaus wurde abgerissen. Stattdessen stand er vor einem protzigen Neubau und einem ebensolchen, aggressiven Besitzer. Dessen Ehefrau am selben Tag spurlos verschwindet!

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