Jay Kristoff: Das Reich der Dämmerung – A Tale of Shadows and Betrayal

Jahrzehnte ist es her, dass der Tagestod die Sonne vom Himmel nahm. Kein Sturm, keine Finsternis – etwas ließ das lebensspendende Licht verschwinden, und mit der Dunkelheit traten jene Wesen hervor, die zuvor nur in Legenden existierten: Faerievolk, Hexen, Werwesen und vor allem – Vampire. Sie, einst nach dem Mord an unserem Religionsführer verflucht zu ewigem Leben, haben die Welt der Menschen nahezu vollständig unterworfen. Städte fallen, Bewohner werden wie Vieh verschleppt, und nur noch zwei befestigte Zufluchten halten sich gegen die Herrschaft der Blutsauger.

In dieser sterbenden Welt erzählt Gabriel de León seine Geschichte. Einst legendärer Silberwächter des Ordens Argentum, Krieger, Mischling, Verräter und Gefangener der Vampire, berichtet er von Glauben, Krieg, Verrat und der vergeblichen Suche nach dem Heiligen Gral, der das ewige Dunkel hätte beenden sollen. Was als Rückblick eines gebrochenen Helden beginnt, entwickelt sich zu einem wuchtigen, blutgetränkten Abgesang auf eine Welt, die längst verloren scheint.

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Liza Grimm: Steingladiole. Erde vergisst nie

Band 3 – Ein drittes Mal nach Lort

Nara und Katso kämpfen als Elementgesandte weiterhin an der Akademie. In der Auswahl haben sie es schon weit geschafft, doch der Wettkampf ist längst nicht mehr ihre einzige Sorge. Jemand hat es auf sie und Naras Seelenbuch abgesehen. Und auch Katso wird mit Geheimnissen und unglaublichen Enthüllungen konfrontiert. Beide stellen alles in Frage, was sie je zu wissen geglaubt haben.

Besser als der zweite Band!

Nara und Katso kämpfen weiter und haben mich völlig in den Bann gezogen. Ich glaube, bei diesem Band hatte ich mich tatsächlich vollends mit den Charakteren angefreundet – sowohl mit Haupt- als auch Nebencharakteren. Das war in den Vorgängerbänden nicht ganz so der Fall, aber in diesem konnte ich die Handlung deshalb vollends genießen. Die Entwicklung der Freundschaften war sehr schön mitanzusehen. Und auch wenn Vertrauen in diesem Buch nicht leicht ist, habe ich die meisten Charaktere jetzt doch ins Herz geschlossen. Dadurch wurde die Handlung auch noch fesselnder als bisher. Geheimnisse wurden gelüftet und Fragen beantwortet, sodass ich mich sehr auf die Fortsetzung freue.

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Martin Suter: Können Sie mich sehen? Die Business Class im Homeoffice

Die Business Class ist wieder in Aktion! In diesen 44 höchst amüsanten Geschichten treten die Krawattenträger ständig anderen auf den Schlips – und selbst von einem Fettnäpfchen ins andere. Nach dem Motto „knapp vorbei ist auch daneben“ nutzt die beste Planung nichts, wenn missinterpretierte Genderfragen, mangelndes digitales Know-how oder schonungslos ehrliche Sprösslinge die eigene Karriereleiter auf der letzten Sprosse absägen. Charmant, pointiert und wunderbar bissig zeigt sich Martin Suter mal wieder in Bestform!

Unerwünschte Einblicke beim Zoom-Meeting
Nadelstreifennieten im Krisenmodus: Das Homeoffice stellt sie vor neue Herausforderungen. Da wird extra die Wohnung vor jedem Zoom-Call umdekoriert, möglichst neutral, ohne verräterische Bücher und Bilder, die negative Rückschlüsse auf den Charakter zulassen könnten. Es folgen Spekulationen über die passende Garderobe, während manche bereits an den Tücken der geteilten Bildschirmansicht scheitern. Und plötzlich mehr von sich preisgeben, als ihnen lieb ist.

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Matthias Brandt: Nein sagen

Beeindruckende Gedankengänge über Widerstand und jene, die Widerstand leisten

Dieses Buch entstand nach einer Rede, die der bekannte Schauspieler Matthias Brandt 2025 in der Gedenkstätte Berlin-Plötzensee anlässlich des Gedenktages zum 20. Juli 1944 hielt. Er wurde um diese Rede gebeten, nicht zuletzt wegen seines Vaters und seiner Mutter, die beide ebenfalls in jener Zeit im Widerstand waren.

Erst wollte er diese Rede gar nicht halten, hielt sich nicht für berufen, zu einem solchen Anlass zu sprechen. Doch, so schildert er es in diesem nachdenklich machenden Buch, dann änderte er seine Meinung, auch weil ihm bewusst wurde, dass es ganz viele Arten des Widerstands gab, damals während der Nazidiktatur. Eine Art war die, die sein Vater, der spätere Bundeskanzler Willy Brandt, wählte, der aus Selbstschutz nach Norwegen emigrierte und dort seine spätere Frau Rut traf, die Mutter von Matthias, die sich ebenfalls engagierte. Beide waren dadurch auch immer, insbesondere nach der Besetzung Norwegens durch die Deutschen, in Lebensgefahr.

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Michael Hugentobler: Bis die Bären tanzen

Michael Hugentobler erzählt in „Bis die Bären tanzen“ die Geschichte einer Familie, die im Laufe der Jahrzehnte auseinandergerissen wird – räumlich wie innerlich. Kurz vor dem Ersten Weltkrieg fliehen die Eltern aus Deutschland in die Schweiz. Ihre drei Kinder treibt es später in ganz unterschiedliche Richtungen: Isabelle verschlägt es in den brasilianischen Dschungel, Anne nach Sydney, und Jacob landet als talentierter Turner und späterer Artist im Berlin der NS-Zeit.

Was als Familiengeschichte beginnt, entwickelt sich zu einem weit gespannten Roman über Aufbruch, Sehnsucht und die Suche nach einem Platz im Leben. Hugentobler führt seine Figuren durch die politischen Erschütterungen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts – Weltkrieg, Nationalsozialismus, gesellschaftliche Umbrüche. Dabei bleibt er nicht streng realistisch. Immer wieder mischt er der historischen Kulisse märchenhafte, fast traumartige Elemente bei. Masken tauchen auf, Menschen scheinen zu fliegen, und die Bären aus dem Titel bekommen eine symbolische Rolle.

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Liza Marklund: Das kalte Moor

Das in recht dunklen Farben gehaltene Cover vermittelt einen guten Vorgeschmack auf die Geschichte, die der zweite Teil der Polarkreis-Trilogie erzählt. Düster, geheimnisvoll, aber diesmal wesentlich persönlicher als im ersten Teil, den man im Übrigen nicht gelesen haben muss, um jetzt im zweiten mitzukommen. „Das kalte Moor“ ist gut als Standalone zu lesen, die Geschichte erklärt sich gut und ohne viele Bezüge.

Düster und leicht bedrückend ist die Gegend, in der die Autorin das Geschehen angesiedelt hat. Stenträsk, ein kleiner schwedischer Ort nördlich des Polarkreises und unmittelbar angrenzend an ein Raketenversuchsgelände, das schon an sich geheimnisumwoben ist, weil die, die dort arbeiten, ob aus dem kleinen Ort oder von ihren Firmen irgendwo auf der Welt für eine gewisse Zeit abgeordnet, natürlich nicht über das reden dürfen, was auf dem Gelände passiert oder erforscht wird. Dennoch kommt man natürlich miteinander in Kontakt, immerhin müssen diejenigen, die nur auf Zeit in Stenträsk arbeiten, ja im Hotel wohnen und man trifft sich natürlich auch mal in der Kneipe. Markus, der Sohn des örtlichen Polizeichefs Wiking Stromberg, arbeitet auf dem Versuchsgelände. Was genau er dort macht, darf er auch seiner Familie nicht erzählen, nur so viel: Er soll befördert werden und würde dieses Angebot auch gerne annehmen. Wenn da nicht dieses anonyme Schreiben wäre, das ihn eindringlich davor warnt. Der Schreiber, die Schreiberin bittet ausdrücklich, dass Markus das Schreiben seinem Vater zeigt, der sofort einen bestimmten Verdacht hat, wer der Absender sein könnte.

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Cameron Sullivan: The Red Winter: Macht ist eine hungriger Bestie

Er wandelt seit Jahrhunderten über die Erde. Die Rede ist von Sebastian Grave – wie er sich derzeit nennt. Ein Mann voller verborgener Talente: ein arkaner Magier, Wirt eines Dämons und vielleicht – neben dem Erzengel Michael – der Einzige, der die Bestie, die erneut die französische Region Gévaudan heimsucht, ausschalten kann.

Einst, beinahe eine Generation ist es nun her, war er, nachdem er die Verbrennung der Jeanne d’Arc nicht verhindern konnte, in seiner Rolle als griechischer Professor bereits einmal im Département. Damals verbreitete eine mordlüsterne, unbesiegbare Bestie Angst und Schrecken. In der Gestalt eines riesigen Bären manifestierte sich der Dämon Avstamet, einst besser bekannt unter der Bezeichnung des Gottes Ares oder Mars, und richtete ein Blutbad sondergleichen an.

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Annette Ramelsberger: Am Abgrund: Reportagen aus den Gerichtssälen dieser Republik

Wenn Systeme versagen, dann funktioniert gar nichts mehr. Vielleicht lassen sich Ersatzteile beschaffen, vielleicht findet sich ein Handwerker.

Die Kapitäne so mancher Industriegiganten bieten alternativ neue Systeme an. Das alte wird entsorgt, das neue System macht dort weiter, wo das alte aufgehört hat. Wäsche wird wieder sauber, Autolampen leuchten auf und vieles mehr, bis nach der Garantiezeit erneut etwas im System nicht mehr funktioniert.

Doch was macht man, wenn das System Gesellschaft nicht mehr funktioniert? Wenn das Rechtssystem systematisch vorgeführt wird, weil seine Vertreter das Gesetz achten und nach diesen Maßstäben Recht sprechen, während andere das gleiche Recht nicht nur missachten, sondern partout für sich selbst nicht relevant halten? Wenn bei den Angeklagten keinerlei Unrechtsbewusstsein festgestellt werden kann und diese sogar darauf beharren, es sei ihre Pflicht und ihr gutes Recht, andere zu ermorden?

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Bianca Iosivoni: Silver Lights: The more I love you

Niemals hätten Shae und Beck erwartet, dass ihr Fake-Dating-Deal eine solche Wendung nehmen und ihr Leben dermaßen auf den Kopf stellen würde. Gerade waren sie einander noch so nahe wie nie zuvor – jetzt ist eine gemeinsame Zukunft unmöglich. Während Shae ein unvorstellbares Opfer gebracht hat, hofft Beck, zumindest seinen Pub gerettet zu haben. Doch der Schein trügt, denn schon bald holt ihn seine Vergangenheit erneut ein. Und auch Shae muss eine Entscheidung treffen, die alles verändern könnte. Die Angst, nie wirklich frei zu sein, hat sie beide fest im Griff. Und als ein schreckliches Geheimnis ans Licht kommt, drohen Shae und Beck endgültig alles zu verlieren, was ihnen je etwas bedeutet hat …

Hier handelt es sich um den zweiten Band dieser Reihe; er ist nicht unabhängig lesbar.

Die Geschichte geht nahtlos nach Band eins weiter. Nach dem Cliffhanger in Band eins war ich gespannt, wie es für Beck und Shae wohl weitergehen wird. Die Handlung konnte mich jedoch nicht so mitreißen wie bei Band eins.

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Elizabeth Strout: Erzähl mir alles

Die US-amerikanische Schriftstellerin Elizabeth Strout (Jahrgang 1956) erhielt 2009 den Pulitzer Prize for Fiction für ihren Roman „Olive Kitteridge“. Am 18. März 2026 erschien ihr neuer Roman mit dem Titel „Erzähl mir alles“ im Luchterhand Literaturverlag. Sabine Roth übersetzte ihn ins Deutsche.

Crosby in Maine forever

Elizabeth Strout führt uns in „Erzähl mir alles“ wieder nach Maine in den fiktiven Ort Crosby. Die Schriftstellerin Lucy Barton ist mit ihrem Ex-Mann William hierher zurückgekehrt. Nun unternimmt sie lange Spaziergänge mit dem Anwalt Robert (Bob) Burgess, auf denen sie sich über „das Leben“ unterhalten. Außerdem besucht sie die inzwischen 90-jährige Olive Kitteridge im Seniorenheim, wobei sie sich gegenseitig Geschichten erzählen.

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