„Leben lässt sich nicht vollständig erzählen; es bleibt Stückwerk“, schreibt der Autor in seinem Nachwort. Und er fährt fort: „Ich bin kein Historiker. Ich erzähle Geschichten. Aber solche Ereignisse (Anm.: die Explosion des Kalvarienberges in Prüm 1949) … verschwinden nicht. Sie wirken fort, verändern Haltungen, kehren in anderer Gestalt zurück. Vielleicht erklärt sich daraus meine Aufmerksamkeit für das Fragmentarische … für das Schweigen zwischen den bekannten Fakten.“
Holunderholz – was für ein schönes Wort! Und nicht nur das: Aus dem harten Holz des Holunderbaumes lässt sich eine Flöte schnitzen: „Wenn man hineinbläst, klingt es nicht wie ein Instrument. Es klingt eher, als würde etwas antworten.“ Es ist ein Mädchen, eine junge Frau, kaum der Sprache mächtig, die auf dem Hollerholz ihre Version der Geschichte lebendig werden lässt.
Der seit vielen Jahren bekannte Autor aus der Eifel, Norbert Scheuer, erzählt in seinem neuen, seinem elften Roman – nach dem mit dem Wilhelm-Raabe-Preis geehrten und für den Deutschen Buchpreis vorgeschlagenen „Winterbienen“ (2019) – eine Geschichte, wie er sie eben erzählen kann. Auf direktem Wege geht es nicht.
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