Charles Lewinsky: Eine andere Geschichte

Mit seinem neuen Roman Eine andere Geschichte beweist Charles Lewinsky einmal mehr, dass er ein Meister darin ist, historische Stoffe mit erzählerischer Fantasie zu verbinden. Diesmal entführt er seine Leser in die frühen Jahre des Films – eine Zeit, in der sich Hollywood gerade erst erfand und Genie, Zufall und technische Neugier oft näher beieinanderlagen als Ruhm und Erfolg.

Im Zentrum steht Curtis Melnitz, eine tatsächlich existierende Figur, die Lewinsky als Ich-Erzähler auftreten lässt. Melnitz blickt zurück auf sein bewegtes Leben zwischen den Anfängen des Stummfilms und den 1950er-Jahren. Dabei begegnet er Größen der Filmgeschichte ebenso wie erfundenen Charakteren. Gerade dieser gelungene Mix aus Fiktivem und Realem macht den besonderen Reiz des Romans aus: Er liest sich zugleich wie ein Stück gelebter Kinogeschichte und wie ein augenzwinkerndes Spiel mit ihren Mythen.

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Andreas Gruber: Herzfluch

Die Wiener Privatdetektivin Elena Gerink ist auf der Suche nach einem zu Unrecht freigesprochenen Mörder, der sich vor fünfzehn Jahren ins Ausland abgesetzt hat. Nach schwierigen Recherchen führt sie der Fall schließlich nach Griechenland. Dorthin sind auch Elenas Mann Peter und sein Kollege Dino Scatozza unterwegs – beide Entführungsspezialisten des österreichischen BKA. Unter Zeitdruck versuchen sie, eine vermisste junge Urlauberin zu finden, die zuletzt auf einer Party der Athener High-Society gesichtet wurde. Als sich die Spuren beider Fälle auf einer kleinen griechischen Privatinsel kreuzen, ermitteln Elena, Peter und Dino dort gemeinsam weiter … und werden in die düstere Vergangenheit der Insel hineingezogen.

13 Jahre nach dem ersten Band einen zweiten zu veröffentlichen, ist recht gewagt – doch lohnt es sich dennoch, das Buch zu lesen? Ein klares Ja.

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Sunil Mann: Ziemlich beste Verbrecher

Ein herrlich skurriler, unterhaltsamer, leichter Krimi mit zwei herrlich dargestellten Protagonisten, die sich zwar gegenseitig nicht ausstehen können, aber auch nicht anders können, als weiterhin zusammen in einer Art Wohngemeinschaft miteinander auszukommen. Beide in fortgeschrittenem Alter, da bleiben nicht mehr allzu viele Möglichkeiten, sich eine neue Existenz aufzubauen, wenn die bisherige Arbeitgeberin verstirbt. Alois Mistelzweig, gescheiterter Pianist, verdingt sich hin und wieder als Klavierspieler in Hotelbars oder Lounges, was allein allerdings den doch anspruchsgewohnten Lebensunterhalt nicht sichern kann. Berta Bartok, pensionierte Köchin, ist da eher auf die „Zusammenarbeit“ mit Alois angewiesen. Gemeinsam haben sie ein recht raffiniertes System entwickelt, den ein oder anderen Gast in vornehmen Zürcher Cafés oder Restaurants um sein Bargeld zu erleichtern. Ihre Methode ist ziemlich gezwungenermaßen ausgeklügelt und hat bisher auch immer gut funktioniert – zum Flüchten sind beide immerhin zu alt, da hätten sie keine Chance gegen einen jüngeren Verfolger.

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Kali Wallace: Dead Space

Alles begann damit, dass eine wissenschaftliche Expedition zum Titan von Terroristen sabotiert wurde. Die allermeisten Wissenschaftler und alle Terroristen kamen dabei ums Leben, die wenigen Überlebenden benötigten teure medizinische Behandlung.

Seitdem ist Hester Marley, die durch den Anschlag ein Auge und einen Arm verlor, bei Parthenope Enterprises, die ihre Behandlung bezahlt haben, hoch verschuldet. Sie unterschrieb einen Fünfjahresvertrag. Statt KIs zu entwickeln, dient sie nun auf einer abgelegenen Raumstation als Security-Offizierin.

In dieser Funktion erfährt sie, dass ein weiterer Überlebender auf einer Asteroidenmine brutal ermordet wurde. Als sie am Tatort ankommt, stößt sie auf eine Mauer aus Schweigen, Verleumdungen und Geheimnissen. Ihr alter Freund hat etwas entdeckt – etwas, das ihn sein Leben gekostet hat, etwas, das Parthenope unter allen Umständen geheim halten will und wofür der Konzern im wahrsten Sinne des Wortes bereit ist, über Leichen zu gehen …

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Colleen Hoover: Woman Down

Colleen Hoover erzählt in Woman Down die Geschichte von Petra Rose, die in eine Schreibkrise geraten ist, nachdem eines ihrer Bücher verfilmt wurde und einen massiven Shitstorm ausgelöst hat. Sie hat miterlebt, wie sich ihre Fans plötzlich gegen sie stellen. Nur mithilfe ihrer Kollegin Nora findet sie nach einem Jahr allmählich zurück in die Normalität und wagt sich sogar wieder ans Schreiben.

Hierfür mietet sie eine abgelegene Hütte am See. Der Schreibfluss will sich nicht recht einstellen – bis Detective Nathaniel vor ihrer Hütte auftaucht und von einem schrecklichen Ereignis berichtet, das sich in der Nähe zugetragen hat. Er ist das Ebenbild des Cops in ihrem Roman und beflügelt damit ihre Kreativität. Nie hat sie sich lebendiger gefühlt als in den Momenten, in denen er sie berührt, und er willigt ein, ihr bei der Recherche für ihr Buch zu helfen. Doch indem sie sich auf ihn einlässt, setzt sie so einiges aufs Spiel und bedroht erneut ihre Existenz …

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Megan Nolan: Kleine Schwächen

Kleine Schwächen mit großer Wirkung – beeindruckende Geschichte um Verlorene

Schon allein der Aufhänger des Romans, die Ausgangssituation, ist herausfordernd, für die Figuren wie für die Leserin. Ein kleines Mädchen stirbt und ein anderes kleines Mädchen soll sie getötet haben.

Das Ganze trägt sich zu Anfang der 1990er-Jahre in London. Die dreijährige Mia verschwindet und wird kurz darauf tot aufgefunden. Schnell fällt der Verdacht auf die zehn Jahre alte Lucy. Nicht nur, weil Lucy ein ungewöhnliches Kind ist, mit dem die Nachbarn nicht umzugehen wissen, sondern auch, weil ihre gesamte Familie unangepasst, auffällig ist.

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Regine Kölpin: Zwischen Zuversicht und Leben: Die Hebammensaga

Regine Kölpin erzählt die Geschichte von Esther, einer jungen, engagierten Hebamme, die für die werdenden Mütter, die Wöchnerinnen und ihre Neugeborenen gerne einige Veränderungen erreichen möchte. Leider stößt sie im harten Klinikalltag in der Wesermarsch, wo sie sich gerade in der Probezeit befindet, immer wieder auf den Widerstand und den Widerwillen ihrer Vorgesetzten. Schwester Helma hält streng am Alten fest und ist Esthers Ideen gegenüber alles andere als aufgeschlossen. Es kommt so weit, dass Esther ihre Stelle verliert und nun auf sich gestellt, ohne viele Menschen in der Wesermarsch zu kennen, weil sie erst seit Kurzem dort lebt, zurechtkommen muss. Das gelingt ihr mit Hilfe einer erfahrenen älteren Hebamme, die seit Langem für Neuerungen und Verbesserungen kämpft. Als freie Hebamme hat sie es damit nicht leicht.

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Noah Stoffers: Cage of the Moon

Man schrieb das Jahr 1841, als es die übernatürlichen Kreaturen leid waren, sich vor den Menschen immerzu zu verstecken. Ihr „Coming-out“ war riskant und aufsehenerregend; mittlerweile aber hat man sich an die Übernatürlichen gewöhnt. Dass diese diskriminiert werden und sich registrieren lassen müssen, ist lästig, ein Ärgernis – aber allemal besser als die Alternative.

Inzwischen gibt es speziell in Magie geschulte Polizisten, die für Verbrechen durch oder an Übernatürlichen zuständig sind.

Dennoch verschwinden im Großraum von San Francisco in letzter Zeit immer wieder unregistrierte Vampire.

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Holly Renee: Where Good Girls Go To Die

Das Buch ist der erste Band der Good-Girls-Reihe und stellt Liv und Parker in den Mittelpunkt.

Sie ist eine Naturgewalt – selbstbewusst und humorvoll.
Er ist der beste Freund ihres Bruders und damit natürlich tabu.

Dennoch verliebten sie sich als Jugendliche ineinander, brachen sich jedoch gegenseitig das Herz, da eine Beziehung unmöglich erschien.

Vier Jahre später treffen sie wieder aufeinander – und sofort fühlt es sich an, als wäre die Zeit stehen geblieben. Die Gefühle füreinander sind noch da, doch in beiden Leben hat sich einiges verändert.

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Ildikó von Kürthy: Alt genug

Ildikó von Kürthy ist auf dem Schriftstellerparkett eine Garantin für erfolgreiche Frauenliteratur. Ihre Bücher wurden mehr als sieben Millionen Mal verkauft und in 21 Sprachen übersetzt. Ihre stets aktuelle Frauenthematik hat bei den Leserinnen und Lesern einen hohen Wiedererkennungswert.

In ihrem neuen Roman schreibt sie nun vom Älterwerden und vom Alter. Schließlich ist die Zeit auch für die Autorin, die mit ihren Büchern und den Leserinnen und Lesern gereift ist, nicht stehen geblieben.

Humorvoll und mit leichter Selbstironie berichtet Ildikó von Kürthy von ihren Erfahrungen auf dem Heavy-Metal-Musikfestival in Wacken, das sie mit einer Freundin besucht hat. Mit ihren bald sechzig Lebensjahren hat sie mittlerweile andere Ansprüche als noch vor zehn Jahren, muss sie sich eingestehen. Auch nächtliche Geburtstagsfeste mit „Reinfeiern“ entsprechen nicht mehr ganz ihren Vorlieben.

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