Basma Hallak: Please Unfollow

Die siebzehnjährige Sherry landet in einem Camp für straffällige Jugendliche – nach einer Tat, die ihr ganzes Leben auf den Kopf gestellt hat. Zunächst genießt sie es, an einem Ort zu sein, an dem niemand ihre Vergangenheit kennt, denn online ist ihr Leben ein offenes Buch. Seit dem Tag ihrer Adoption haben Sherrys Eltern jede Einzelheit aus ihrem Leben mit einem Millionenpublikum auf YouTube geteilt. Egal, wie es Sherry ging, egal, wo ihre Bilder und Videos anschließend landeten – die Follower durften nicht enttäuscht werden. Hier, in dem Camp mitten in der Sächsischen Schweiz, hat sie endlich das Gefühl, sie selbst sein zu können und nicht performen zu müssen. Als Sherrys neue Clique jedoch von ihrem Geheimnis erfährt, droht ihr Leben erneut in Flammen aufzugehen.

Brandaktuell und toll umgesetzt!

Zu dem Buch gegriffen habe ich wegen der Thematik: Family Influencing – Eltern, die ihr Familienleben mit Kindern bis ins kleinste Detail in sozialen Netzwerken teilen. Ich wollte wissen, wie das Ganze in einem Buch aufgearbeitet wird, und kann sagen: sehr gut. Die Darstellung war sehr erschreckend, aber gerade deshalb so wirksam, um möglichst viele Menschen auf die Problematik aufmerksam zu machen.

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Liane Mars: Freed By Fire

„Wo hat sie denn jetzt auf einmal das Kurzschwert her?“, hallt mein fassungsloser Ruf durch die Wohnung. Meine Mitbewohnerin streckt irritiert den Kopf zur Tür herein. Ich fasse ihr die Handlung von „Freed By Fire“ zusammen:

Nachdem Prinzessin Caja im ersten Band „Bound By Flames“ ihrer Zwangsehe mit König Illian entgehen konnte, indem sie sich den Drachenreitern anschloss, gerät sie nun zu Beginn von Band 2 endgültig in seine Fänge. Auf seiner Burg muss sie feststellen, dass der grausame König bei Weitem nicht das schlimmste ist, gegen das sie sich behaupten muss, denn dieser scheint gemeinsam mit der unheimlichen Priesterin Yasmin die Monster zu steuern, die ihre Welt zu vernichten drohen.

Gemeinsam mit den Drachenreitern muss Caja einen Weg finden, sie aufzuhalten, doch die Verwirrungen ihrer Welt erstrecken sich weit tiefer, als sie überschauen können, sodass sie zwischen die Fronten unberechenbarer Magien zu geraten drohen …

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Axel Petermann: Die Psyche des Bösen

Starkes True Crime, brillante Fallanalysen – aber psychologisch unterkomplex

Das Buch verspricht Psychologie – liefert aber primär Kriminalistik.

„Denn das Böse ist nicht weit weg […]. Wer es verstehen will, muss den Mut haben, den Schlüssel in die Hand zu nehmen. Und wer ihn umdreht, der hört vielleicht das leise Klicken des Schlosses – das Geräusch einer Tür, die sich öffnet, in eine Welt, die uns mehr über uns selbst verrät, als uns lieb ist.“ (S. 12)

Die Psyche des Bösen – Im Kopf der Mörder ist für mich ein echter Page-Turner: abgründig, hochspannend und stilistisch präzise erzählt. Ich habe das Buch nicht einfach gelesen – es hat mich hineingezogen. Nicht aus Sensationslust, sondern aus dem Wunsch zu verstehen. Und aus dem Gefühl heraus, dass diese Geschichten uns wachsamer machen müssen. Anderen gegenüber. Und uns selbst.

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Leïla Slimani: Trag das Feuer weiter

Leïla Slimani (Jahrgang 1981) ist eine marokkanisch-französische Schriftstellerin, die mehrere Bestseller geschrieben hat und für ihren Roman „Dann schlaf auch du“ aus dem Jahr 2017 (deutsche Erstausgabe) den Prix Goncourt erhalten hat. Zuletzt schrieb sie an einer Romantrilogie, deren ersten beiden Bände („Das Land der Anderen“, 2021 und „Schaut, wie wir tanzen“, 2022) hier besprochen wurden und die auf ihrer Familiengeschichte basiert.

Am 14. Januar 2026 erschien Band 3 und damit der Abschluss der Trilogie unter dem Titel „Trag das Feuer weiter“ im Luchterhand Literaturverlag in einer Übersetzung von Amelie Thoma.

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Marisa Kashino: Tödliches Angebot

Der Wunsch nach einem eigenen Haus, in dem das so sehr ersehnte, noch nicht geborene Kind aufwachsen soll, wird für Margo übermächtig. Während Jan, ihr Mann, alles deutlich entspannter sieht, entwickelt sich Margos Sehnsucht nach dem Traumhaus zur Obsession. Ihre biologische Uhr tickt, und bislang sind alle Versuche, schwanger zu werden, gescheitert. Ihre Gynäkologin meint, sie setze sich zu sehr unter Druck. Margo denkt darüber nach, Eizellen einfrieren zu lassen – für alle Fälle. Gleichzeitig ist sie fast sicher, dass es mit dem Schwangerwerden klappen wird, sobald sie ihr neues Heim gefunden haben und aus der beengten Wohnung ausziehen können.

Die Erfüllung dieses Wunsches scheint greifbar nah, als Ginny, ihre Maklerin, anruft und von einem Haus in bester Wohnlage erzählt. Es wird noch nicht offiziell angeboten, doch Ginny weiß sicher, dass es verkauft werden soll, weil die Besitzer Washington aus beruflichen Gründen verlassen und nach London ziehen wollen. Das habe ihre Schwägerin berichtet, die mit einem der beiden Eigentümer im selben Fitnessstudio trainiert. Dieser Anruf verändert für Margo alles. Diesmal muss es gelingen.

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Derek Landy: Nur Zorn im Herzen: Skulduggery Pleasant 17

Die Schlichter sind unabhängig – von jedem. Das müssen sie auch sein, schließlich obliegt ihnen, auf diejenigen aufzupassen, auf die sonst niemand achtet. Sprich, auf die Großmagier der Sanktuarien. Dumm nur, dass dieses Kontrollorgan aus genau zwei Personen besteht – Walküre Unruh und Skulduggery Pleasant. Beide sind brillant, scharfzüngig, magisch versiert und kaum aufzuhalten, wenn sie ein Ziel ins Visier nehmen. Doch selbst sie können nicht überall gleichzeitig sein.

In jüngster Zeit haben sie es nicht nur mit gefährlichen Gegnern, sondern zunehmend auch mit bürokratischen Hürden zu tun. Denn ja, auch unter Zauberern gibt es Bürokraten, die lieber Akten wälzen als Probleme zu lösen. Dabei gäbe es genug aufzudecken, genug zu verhindern. Doch wie heißt es so schön: Die Mühlen der Bürokratie mahlen langsam – aber unaufhaltsam.

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Gerda Raidt: Klassenbuch: Wer gewinnt im Spiel des Lebens?

In diesem Buch geht es um gesellschaftliche Bildung, soziale Gegensätze und allgemeine Klassifizierungen im nahen und erweiterten Lebensumfeld. Es beschreibt den Lebensweg von der Geburt über die Schulzeit und die Berufsfindung bis hin zur Einordnung in die Gesellschaft.

Kindgerecht werden große und kleine Unterschiede dargestellt, die verdeutlichen, dass wesentliche Grundsteine für die weitere Entwicklung häufig bereits in der Familie gelegt werden. In manchen Familien herrschen ähnliche Strukturen, in anderen gelten ganz unterschiedliche Regeln und Vorgaben. Auch jüngere Kinder nehmen das schnell wahr und lernen daraus. Ganz nonchalant wird aufgezeigt, welche Kinder ohne eigenes Zutun bevorteilt sind und wer sich von Anfang an stärker anstrengen muss. Äußerlichkeiten, Besonderheiten in der sprachlichen Ausdrucksweise und entsprechendes Verhalten verdeutlichen soziale Unterschiede. Auch bei Wohn- und Freizeitgestaltung registrieren Kinder Gegensätze. Die beschriebenen Situationen zeigen Zugehörigkeiten mit hohem Wiedererkennungswert, aber auch Gegenteiliges oder Fremdartiges und Ungewöhnliches.

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Daniel Speck: Villa Rivolta

Daniel Speck verknüpft in „Villa Rivolta“ das Schicksal einer Familie mit den politischen und gesellschaftlichen Umbrüchen im Italien der Nachkriegszeit.

Herausgekommen ist ein opulenter Familienroman über Liebe und Loyalität – spannend, gefühlvoll, gelegentlich etwas zu üppig.

Im Mittelpunkt stehen Piero Rivolta, Sohn eines wohlhabenden Mailänder Auto-Unternehmers, und Valeria, die Tochter des Hausmädchens in derselben Villa. Als Kinder sind sie eng befreundet, doch ihre Wege trennen sich. Piero wird früh zum Erben des Familienunternehmens gedrängt, Valeria verliebt sich in den politisch engagierten Arbeitersohn Flavio. Klassenunterschiede, politische Fronten und alte Loyalitäten geraten unweigerlich aneinander.

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Jens Lapidus: Mr. One

Der Traum vom schnellen Geld verspricht Macht und grenzenlose Unabhängigkeit. Doch die Schattenwelt der Metropolen ist ein Mahlstrom, in dem Respekt nur durch Gewalt erkauft wird. Die Desperados an der Spitze von Kartellen und Clans mögen kurzzeitig unantastbar erscheinen, doch die Uhr tickt unerbittlich. Am Ende wartet oft die Justiz – oder ein noch härteres Gericht. Denn wer an der Spitze steht, besitzt nicht nur Reichtum, sondern zieht auch unzählige Feinde an: loyale Konkurrenten, Verräter, die als „Ratten“ die Struktur aushöhlen, und rivalisierende Organisationen, die jede Schwäche als Einladung zum Angriff begreifen. Der Preis für den Thron ist ewige Paranoia.

Doch was, wenn das Gewissen erwacht? Was, wenn der Boss aussteigen will, weil die Verantwortung für sich und andere das Gangsterleben überwiegt? Der Wunsch nach Legalität wird zum ultimativen Himmelfahrtskommando, denn die Gefahr, liquidiert zu werden und alles Verlorene endgültig zu begraben, ist allgegenwärtig. Der Ausstieg ist der seltenste Traum der Unterwelt.

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Freida McFadden: Der Lehrer

Eigentlich hat Eve Bennett ein gutes Leben. Sie ist Mathelehrerin an der örtlichen Highschool und mit Nate verheiratet, der dort Englisch unterrichtet. Doch im letzten Jahr wurde die Schule von einem Skandal erschüttert, in dessen Zentrum eine Schülerin stand. Und in diesem Jahr ist genau diese Schülerin in Eves Klasse. Addie kann man nicht trauen – sie lügt und verletzt Menschen. Aber niemand kennt die wahre Addie. Niemand kennt das Geheimnis, das sie zerstören könnte. Und Addie würde alles dafür tun, dass es so bleibt. Ihr einziger Lichtblick in diesem Schuljahr ist ihr neuer Englischlehrer Nate Bennett.

Das Buch ist in drei Teile gegliedert. Im ersten liegt der Fokus auf Eve und Addie, im zweiten auf Nate und Addie, und der dritte entwirrt die Ereignisse und steigert die Spannung bis zum Finale. Die Kapitel sind kurz, das Erzähltempo ist hoch – und die Spannung erst recht. Durch Cliffhanger wird es nahezu unmöglich, das Buch aus der Hand zu legen. Man greift immer wieder danach und nutzt jede freie Minute zum Weiterlesen.

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