Ein etwas anderer Roman als man es so gewöhnt ist. Amüsant, unterhaltsam, interessant und historisch gut eingebettet. Erzählt wird von „Ihrer Chronistin“, wie sie immer wieder gerne unterzeichnet. Also eher von außen, und doch münden ihre Anmerkungen und politischen Einordnungen, die zu Beginn jeder Episode (Kapitel gibt’s hier nicht) stehen, immer direkt in einem der damaligen Salons oder bei einer Festivität, bei der die Männer über Politik, den König und die Weltlage diskutiert haben, die Frauen in der Regel als „schöne Staffage“ gesehen wurden.
Wir befinden uns zu Beginn des 19. Jahrhunderts in Westphalen, zur Zeit König Jérôme Bonapartes, auch genannt König Lustik, dem jüngsten Bruder Napoleons. Frauen hatten damals keine Rechte und waren komplett abhängig vom Ehemann, Vater oder Bruder als Familienvorstand. Und wir befinden uns in „der besseren Gesellschaft“. Im Mittelpunkt des Romans stehen so bekannte Frauen wie Bettina von Arnim, Annette von Droste-Hülshoff und ihre Schwester Jenny, Ludowine von Haxthausen oder Karoline von Günderode. Von ihnen allen hat man sicher schon gehört und wohl auch gelesen, aber in der Reihe der frühen Feministinnen sieht man sie wohl eher nicht unbedingt.
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