Eva Björg Ægisdóttir: Home Before Dark

November 1967: Die vierzehnjährige Marsibil hat einen heimlichen Brieffreund, der sich mit ihr treffen will. Sie verabredet sich mit ihm, ist aber nervös, denn sie hat sich als ihre ältere Schwester Stina ausgegeben, und am verabredeten Abend schafft sie es nicht zu dem Treffen. Dafür verschwindet ihre Schwester spurlos. Nur ihre blutbefleckte Anorakjacke wird an dem Ort gefunden, an dem Marsi sich mit ihrem Brieffreund verabredet hatte.

Zehn Jahre später bleibt Stinas Verschwinden weiterhin ungelöst. Marsi hat bisher aus Scham geschwiegen. Da erhält sie einen Brief – von ihrem ehemaligen Brieffreund. Jetzt muss sie die Wahrheit ans Licht bringen, auch wenn sie sich dabei nicht auf ihre eigenen Erinnerungen verlassen kann. Denn der Mörder ist immer noch auf freiem Fuß.

Wer bei diesem Buch einen klassischen, nervenzerreißenden Thriller erwartet, wird enttäuscht. Für mich entpuppte sich die Geschichte letztlich vielmehr als ein Familiendrama im Gewand eines Kriminalromans. Leider fiel es mir dadurch über weite Strecken schwer, richtig in die Handlung hineinzufinden. Die erhofften tiefen, psychologischen Abgründe blieben aus, und auch die für Thriller typische, durchgehend düstere Grundstimmung wollte sich nicht recht einstellen. Das führte dazu, dass sich viele Passagen sehr langatmig gestalteten und das Buch stellenweise zäh und schwer lesbar wurde.

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Sophie Irwin: How to Lose a Lord in Ten Days

Eine wunderbare Persiflage auf die britische Upper Class, die bessere Gesellschaft, ihren Snobismus und ihre Konventionen. Spritzig, witzig, pointiert und durchaus auch mal zynisch.

Lydia Hanworth ist nicht wenig erstaunt, als ausgerechnet Lord Ashford, der nach dem Ableben seines Vaters den Titel eines Duke erben wird, um ihre Hand anhält. Der derzeit begehrteste Junggeselle. Warum ausgerechnet sie? Und warum hat sie von seinem Werben so gar nichts mitbekommen? Sie sind sich zwar während der (Ball-)Saison begegnet, haben miteinander getanzt, aber dass er ein besonderes Interesse an ihr haben könnte, hat sie nicht bemerkt. Lydia, „nur“ Kaufmannstochter, wenn auch mit stattlicher Mitgift, hat kaum Zeit, sich zu überlegen, ob sie den recht formlosen, ja eher lieblosen Antrag annehmen möchte – das hat ihre Tante, bei der Lydia und ihr Bruder aufgewachsen sind, bereits entschieden. Völlig ohne Lydia zu fragen, ohne ihre Gefühle zu berücksichtigen, einzig mit dem Argument des gesellschaftlichen Aufstiegs, den eine solche Vermählung mit sich brächte. Noch soll die Verlobung allerdings nicht bekanntgegeben werden. Der Duke, Ashfords Vater, möchte das in zehn Tagen selber tun. Bis dahin sind Lydia und ihr Bruder Pip, eigentlich Philipp, eingeladen, eine Woche als Gäste von Lady Phoebe und Lord Waldo auf deren Anwesen in Hawkscroft zu verbringen. Jedes Jahr veranstaltet dort Ashfords Cousine, Lady Phoebe, eine so genannte mehrtägige Hausparty, zu der adlige Freunde und Bekannte für ein paar unterhaltsame und abwechslungsreiche Tage eingeladen werden. Diesmal eben auch Lydia und Pip. Dass die Tage abwechslungsreich werden, dafür will Lydia auf jeden Fall sorgen.

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Matt Dinniman: Dungeon Crawler Carl Band 02: Doomsday Scenario

Carl hatte eigentlich alles: eine Freundin, ein Mietshaus in Seattle, eine prämierte Zuchtkatze – kurzum, ein kleines, zufriedenes Leben auf der Sonnenseite des amerikanischen Traums.

Dann jedoch machen außerirdische Invasoren sämtliche Gebäude des Planeten dem Erdboden gleich. Wer sich zu diesem Zeitpunkt in Häusern, Garagen oder Autos befand, ist verschwunden. Nur jene, die sich im Freien aufhielten, erhalten eine letzte Chance: den Abstieg in einen gigantischen Dungeon. Dort dürfen – oder vielmehr müssen – die Überlebenden an einer intergalaktisch übertragenen Reality-Show teilnehmen, deren Arbeitstitel treffend „Keiner wird überleben“ lauten könnte.

Was folgt, ist eine gnadenlose Mischung aus Gameshow, Survival-Horror und LitRPG. Mörderische Fallen, Goblins, tödliche Clowns und rivalisierende Kandidaten warten auf die verbliebenen Menschen. In regelmäßigen Abständen kollabiert eine Dungeon-Ebene; wer bis dahin nicht genügend Erfahrungspunkte gesammelt oder den Zugang zur nächsten Ebene nicht gefunden hat, wird eliminiert – im wahrsten Sinne des Wortes.

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Raphaela Edelbauer: Die echtere Wirklichkeit

Was ist Realität im Zeitalter der Fake News? Was ist die Wahrheit im Zeitalter des Relativismus, postmoderner Propaganda sowie digitaler Fake News? Gibt es so etwas wie eine Realität überhaupt noch? Oder ist sie individuellen Empfindungen und Ansichten gewichen? Mit solchen gewaltigen Themen beschäftigt sich Raphaela Edelbauer in ihrem neuen Roman „Die echtere Wirklichkeit“. Sie tut dies auf eine intelligente, provokante, leicht subversive und durchaus äußerst humorvolle Weise. Die idealen Zutaten für einen „Mind Fuck“ auf literarischer Ebene. Dieses Buch wird nicht jedem gefallen, denn es fordert heraus. Aber diejenigen, denen es gefällt (die Rezensentin schließt sich hier zu 100 Prozent mit ein), werden es lieben!

Die postfaktische Ära: vom Lesezirkel zur Terrorzelle
Petra alias „Byproxy“ sitzt nach einem schweren Autounfall im Rollstuhl und ist gerade aus einer Einrichtung für betreutes Wohnen geflogen. Die rebellische Eigenbrötlerin programmiert „Think Backwards“-Computerspiele, bei denen Ursache und Wirkung zum Beispiel zur Aufklärung von Verbrechen herangezogen werden sollen. Doch potenziellen Kunden ist das zu kompliziert, sie wollen mehr Action. Somit obdachlos, erregt ein besetztes Haus Byproxys Aufmerksamkeit. Auf diese Weise lernt sie eine Gruppe philosophischer Aktionisten namens „Aletheia“ kennen, die über Kunstaktionen gegen Fake News und Verschwörungstheorien vorgehen will. Byproxy ist für einen Lockvogel perfekt geeignet, um als Behinderte Orte auszuspionieren oder Leute abzulenken. Denn die arme junge Frau im Rollstuhl hat sicher nichts mit alledem zu tun, oder? Was die wenigsten wissen: Byproxy hat es faustdick hinter den Ohren und verfolgt durchaus eigene Pläne.

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Nicole Böhm: House of Zodiac 3: Sonnensturm

Der Sonnensturm zieht auf. Wagst du es, dich ihm in den Weg zu stellen?

Ein Krieg droht zwischen den Herrscherhäusern Zodiacs zu entbrennen. Doch in den Schatten erwächst eine weitaus größere Bedrohung: Jemand versucht, mithilfe eines mächtigen Artefakts den Untergang der Welt herbeizuführen. Jupiter und Nox geben alles, um dem unbekannten Feind zuvorzukommen. Doch dafür muss Nox eine folgenschwere Entscheidung treffen, die seine Beziehung zu Jupiter für immer zerstören könnte …

Band 3 – Buch der Enthüllungen

Der dritte Band dieser Reihe hat viele Geheimnisse gelüftet und noch einmal einige Plottwists im Gepäck. Vor allem den Handlungsstrang rund um Nox und seine magischen Fähigkeiten fand ich besonders spannend. Generell kann man auch nur von einer Weiterführung der Spannung sprechen, sodass ich sehr gespannt auf den letzten Band bin! Einige Charaktere sind mir mittlerweile sehr ans Herz gewachsen, sodass ich wirklich neugierig bin, wie es mit ihnen weitergeht.

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Caroline Wahl: 1999 Meter über dem Meer

Caroline Wahl (Jahrgang 1995) ist eine deutsche Schriftstellerin, die mit ihren ersten beiden Büchern („22 Bahnen“ und „Windstärke 17“) große Erfolge erzielt hat. Nun hat sie nach „Die Assistentin“ aus dem Jahr 2025 ihren vierten Roman vorgelegt. „1999 Meter über dem Meer“ ist am 28. August 2026 bei Rowohlt erschienen.

Samara on Tour
Der Inhalt des Romans ist schnell erzählt: Samara aus „Windstärke 17“ wird zur Hauptfigur in „1999 Meter über dem Meer“. Nach einem misslungenen Urlaub auf Bali tritt Samara ihren ersten Job bei einer PR-Agentur in Berlin an. Nicht ohne zuvor von ihrem Vater ein altes Mercedes-Cabrio geschenkt bekommen zu haben. Samara begeistert ihre neue Chefin mit frischen Ideen zu den Werbekampagnen der Influencer und -innen, die die Agentur vertritt. Aber schnell wird ihr klar, dass der Job sie anödet.

Nachdem sie eine Kurzbegegnung mit einem „großen Fisch im Filmbusiness“ hat, der ihr seine Wohnung in St. Moritz für einen Aufenthalt anbietet, setzt Samara sich mit jeder Menge Müllermilch in ihren Mercedes und fährt los. Nach einem Zwischenstopp in Oberstdorf kommt sie in St. Moritz an.

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James Corey: Der Glaube der Bestien: The Captive´s War 2

Die Autoren Ty Franck und Daniel Abraham, die nach „The Expanse“ nun unter dem gemeinsamen Pseudonym James S. A. Corey die Reihe „The Captive’s War“ veröffentlichen, setzen die Handlung des Auftaktbands vorliegend nahtlos fort.

Nach der Eroberung der Menschenwelt Anjiin – selbst eine verlorene Menschenkolonie mit geheimnisvoller Vergangenheit – durch die übermächtige außerirdische Spezies der Carryx wird ein Achtel der Bewohner gefangen genommen und versklavt. Die Aliens entführten dabei gezielt die führenden Köpfe der Gesellschaft, während jene zurückblieben, die das tägliche Funktionieren der Zivilisation sicherstellten. Die Verschleppten sollen als potenzielle Vasallen für die endlosen Expansionskriege der Carryx getestet werden.

Die Menschen sind in ihrer Rolle als Sklaven keineswegs allein. Seit Jahrtausenden unterwerfen die Carryx zahllose eroberte Spezies und pressen sie in ein erbarmungsloses Herrschaftssystem, das ganz auf den ewigen Krieg gegen die geheimnisvollen „Unsterblichen“ ausgerichtet ist.

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Herbstspecial 2026

Was das Wetter schon vor einer Weile beschlossen hat, ist heute offiziell: Der Herbst beginnt! Für einige ist diese Jahreszeit der bunten Blätter, geschnitzten Kürbisse und Kuschelpullis das Highlight des Jahres (meine Cozy-Herbst-Playlist ist fast sieben Stunden lang), einige trauern dem Sommer hinterher – und für alle haben wir unser diesjähriges Herbstspecial konzipiert! Egal ob cozy oder melancholisch; gruselig, nachdenklich, sehnsuchtsvoll: Wir stellen euch hier unsere Lesehighlights vor, die perfekt in den Herbst passen! Kocht euch einen Tee und viel Spaß beim Lesen!

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Sandra Hoffmann: Mogadischu

„Das Zelthaus verlor seine Spannung, zurück blieb ein ockergelbes Stoffgewand, darunter das Stangengerüst. Haut und Knochen.“

So fühlt sich auch Friederike, die 11-jährige Protagonistin des neuen Romans der Münchner Autorin Sandra Hoffmann. Als sei nur noch ein Gerippe übrig von ihr, ihrem Vater, ihrer Familie. Vor ein paar Tagen hat ihre Mutter zusammen mit dem geliebten kleinen Bruder den gemeinsamen Urlaubsort, den Campingplatz an der Adriaküste, ohne Erklärung verlassen und ist nicht mehr zurückgekehrt. Jetzt entscheidet der Vater, das Warten aufzugeben und nach Hause zu fahren. Minutiös schildert die Autorin, wie Vater und Tochter das eigentlich Unmögliche tun: das Zelt abbauen, sich beim vertrauten Campingplatzbesitzer das überzählige Geld abholen, an üblicher Stelle im Ort halten, um noch etwas zu essen vor der langen Heimfahrt – ohne die andere Hälfte der Familie. Jeder Handgriff ist vom Scheitern bedroht. Mitleidige Blicke der Zeltnachbarn, Männer, die dem Mädchen über die Haare streichen, Essen, das im Hals stecken bleibt. Es kann nicht sein, was nicht sein darf. Ein Gewalteinbruch. Der Vater beschließt, Oma, Nachbarn, Schule einen Bären aufzubinden. Wovon man nicht sprechen kann, darüber soll geschwiegen werden.

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CG Drews: Hazelthorn

Evander lebt auf Hazelthorn, dem riesigen Anwesen der Familie Lennox-Hall mit dem verwilderten Garten, der alles zu verschlingen droht. Sehen kann Evander das jedoch lediglich aus seinem Fenster, denn er darf sein Zimmer nicht verlassen. Er ist krank. Den gleichaltrigen Laurie, den Enkel von Mr. Lennox-Hall kann er deswegen nur aus der Ferne beobachten. Und vielleicht ist das gut, denn zu präsent sind die Erinnerungen an jenen Tag im Garten, an dem Laurie versucht hat, ihn zu umzubringen …

„Hazelthorn“ ist ein grauenhaftes, erschütterndes Erlebnis, das zu Tränen rühren kann und sich haarscharf auf der Kante zwischen Bodyhorror und genialer, grenzensprengender Literatur bewegt. CG Drews hat die Gabe, ungewöhnlich lebendig mit Worten zu malen; dieses Buch ist grausam, zauberhaft und teilweise ekelerregend – und man kann nicht genug davon bekommen. Hier wird Horror lyrisch, Natur lebendig und die Liebe zwischen zwei Jungen alles verschlingend. Selten habe ich so ein gutes Buch gelesen, gleichzeitig weiß ich nicht, ob ich jemals wieder schlafen kann. Offiziell ab 16 vermarktet, würde ich es auf keinen Fall Lesern unter 18 empfehlen, zu grafisch sind einige Elemente.

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