Christina Rain: Magic Drowned in Blood

Lark steht in Mittelpunkt dieser Geschichte, sie ist weder ganz Vampire noch Lark steht im Mittelpunkt dieser Geschichte, sie ist weder ganz Vampir noch Mensch, fühlt sich nirgendwo richtig und die Menschen in der Uni sehen dies genauso. Ihre Existenz kann keiner erklären. Dann wird sie unerwartet für einen Wettbewerb ausgewählt, bei dem sie zur sogenannten „Schattengeliebten“ eines der beiden Prinzen des Nordens werden soll. Es beginnt ein gefährliches Spiel aus Macht, Intrigen und verborgenen Wahrheiten.

Mit Magic Drowned in Blood legt Christina Rain einen fesselnden Auftakt zu ihrer neuen Dark-Romantasy-Trilogie vor.
Die Geschichte spielt in derselben Welt wie die Knightstone-Academy-Reihe, diesmal jedoch am Nightcastle College in Kanada. Vorkenntnisse sind nicht zwingend notwendig, können das Leseerlebnis jedoch zusätzlich bereichern.
Da ich die andere Reihe nicht kannte, hatte ich besonders zu Beginn das Gefühl, etwas verpasst zu haben. Dadurch fiel es mir anfangs etwas schwerer, richtig in die Geschichte hineinzufinden. Mit der Zeit habe ich mich dann aber irgendwie hineinlesen können und fand es richtig gut.

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Anthony Ryan: Flut aus schwarzem Stahl: Zeit des Zorns 01

„So ist das Wesen der Sehnsucht … Sie muss keinen Sinn ergeben und plagt einen trotzdem jeden Tag.“ (Seite 89)

Anthony Ryan, bekannt durch seine Dark- und Gritty-High-Fantasy-Trilogien (dt. alle bei Klett-Cotta erschienen), legt mit diesem Roman den Auftakt zu einer neuen Reihe vor. Dieses Mal nutzt er ein Wikinger-Setting als Bühne seines Plots.

Das Leben der Menschen auf den kargen nordischen Inseln ist geprägt von Härte, Not und Kampf. Man hat sich arrangiert, alles geht seinen gewohnten Gang, als ein bislang unbekannter Feind von jenseits der Feuerinseln auftaucht: Dörfer werden überfallen, Bewohner gnadenlos niedergemetzelt, einzelne Menschen verschleppt – zurück bleiben nur verbrannte Ruinen und Leichen.

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Dan Jones: Löwenherzen

Was genau macht einen ganz gewöhnlichen Menschen zu einem „Löwen“? Ist es wirklich das waghalsige Risiko, die blinde Todesverachtung im Rausch einer Schlacht? Oder ist es nicht vielmehr jene stille, zähe Kraft, die uns dazu bringt, über uns selbst hinauszuwachsen? Wahrer Mut hat viele Gesichter, doch am eindrucksvollsten zeigt er sich oft in der vollkommenen Selbstlosigkeit – in dem tiefen Drang, andere, vielleicht Schwächere, mit dem eigenen Leben zu schützen. Oft sind es paradoxerweise gerade die Menschen, die von der Gesellschaft als unbedeutend abgetan werden, die das größte Kämpferherz beweisen. Vielleicht rührt diese Stärke gerade daher, dass sie selbst vom Leben gezeichnet sind und bereits unzählige Schicksalsschläge und Herausforderungen meistern mussten.

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Christian Haller: Einfallende Dämmerung

Paul Bálint feiert seinen achtzigsten Geburtstag gemeinsam mit befreundeten ehemaligen Kollegen in einem kleinen Bistro in Paris. Trotz vieler warmer Worte und herzlicher Umarmungen spürt er an diesem Abend zum ersten Mal, dass er nicht mehr Teil dieser Gemeinschaft ist. Seine Leistung als Forscher bleibt ihm unbenommen, seinen Rat braucht keiner mehr.

Damit scheint sich die Theorie seines Freundes Steinberg zu bestätigen. Dieser teilt das Alter in zwei getrennte Bereiche, zwei Kammern, die des jungen Alters und die des alten Alters. Ist er jetzt also da angekommen, in dieser zweiten Kammer? Bálint spürt, wie sich die Dinge verändern und wie sich Blickwinkel verschieben. Wie sich die Welt um ihn herum irgendwie neu zusammensetzt.

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Honor Jones: Schlaf

Die US-Amerikanerin Honor Jones arbeitet als Redakteurin und hat nun ihren Debütroman geschrieben. „Schlaf“ ist am 26. März 2026 bei Ullstein in einer Übersetzung von Claudia Voit erschienen.

„Schlaf“ von Honor Jones ist ein ärgerliches Buch

Ich werde mich kurz fassen:

Das Lesen der Geschichte über Margaret und ihre Familie hat mich verärgert zurückgelassen. Dabei hatte Jones sich ein wichtiges Thema vorgenommen: Kindheitstraumata, die ein Leben lang nachwirken.

Aber Honor Jones eiert um das Trauma des sexuellen Missbrauchs im Kindesalter durch Familienmitglieder herum. Margarets Bruder Neal schleicht sich in ihr Bett, wenn er meint, dass sie schläft. Margaret schweigt. Ihre Mutter Elizabeth nimmt ihren Sohn oder auch seine Freunde in Schutz und gibt Margaret immer das Gefühl, sie sei schuldig. Vater Hugh hält sich raus. Jahre später, Margaret ist geschiedene Mutter von zwei Töchtern, versucht sie, sich der Vergangenheit zu stellen.

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Christiane Franke, Cornelia Kuhnert: Matjes al dente

Amüsant, warmherzig und liebevoll wie immer, gewürzt mit einer guten Portion friesischen Charmes. Die Ostfriesenkrimis dieses Autorinnen-Duos sind ein bisschen wie Urlaub an immer dem gleichen Ort. Man kennt die Umgebung, mag die handelnden Personen und die Region und ist gleich mittendrin. Ohne lange Vorrede sind wir auch diesmal wieder beim ersten Todesfall. Postbote Henner findet die tote Reederin Tjalda auf ihrem Schiff, mitten in der Blumendeko für die nächste Seebestattung, die in wenigen Stunden stattfinden soll. Sein Freund Rudi und dessen Polizistenkollege Schnepel stellen eindeutig fest: Tjalda ist erschossen worden. Schnepel, der gerne mal ohne lange nachzudenken Schlüsse zieht, hat auch gleich eine einleuchtende Theorie: Das war ein Mafiamord. Immerhin war Tjalda mit einem Italiener verheiratet, der einen Feinkostladen führt, und sie war im Vorstand des gerade vor Kurzem erst gegründeten Hanf-Vereins in Neuharlingersiel.

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Romy Fölck: Fünf Fremde

Die Wellen peitschen gegen die Fähre, als fünf Passagiere an einem stürmischen Oktobertag die Insel Neuwerk in der Nordsee erreichen. Für vier von ihnen ist es die Rückkehr an einen Ort, der dunkle Erinnerungen wachruft. An einen Sommer vor dreißig Jahren, in dem zwei Teenager spurlos aus dem Schullandheim verschwanden. Auch damals waren die vier auf Neuwerk – und eine Frage hat sie seither nie mehr losgelassen: Was geschah in jenem verhängnisvollen Sommer wirklich? Als ein Orkan aufzieht und niemand die Insel verlassen kann, drängen lang gehütete Geheimnisse an die Oberfläche. Denn es gibt jemanden, der die Antwort kennt. Und der nicht eher ruht, bis eine alte Schuld endlich gesühnt wird …

Die Vielzahl der Charaktere erfordert zu Beginn einiges an Konzentration, um den Überblick zu behalten. Da die Geschichte auf zwei Zeitebenen und aus vielen verschiedenen Perspektiven erzählt wird, muss man als Leser stets aufmerksam bleiben, um nicht den Faden zu verlieren.

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James Rollins: Das Erzengel Komplott

James Rollins’ neuestes Sigma-Force-Abenteuer bietet der Leserin respektive dem Leser das altbekannte, wohl erprobte und erfolgreiche Rezept. Es erwarten uns jede Menge rasante Action, Intrigen mit historischem Hintergrund und weltumspannende Gefahren.

Dieses Mal geht es auf eine spannende Reise über die eisigen Weiten der Arktis ebenso wie in die Vorstandsetagen machtgieriger Individuen, die vor nichts zurückschrecken, um einen legendären verlorenen Kontinent zu finden. Einen, dessen Existenz, sollte sie sich bestätigen, die Welt, wie wir sie heute kennen, für immer verändern würde.

Rollins’ 18. Sigma-Force-Thriller spielt nach den Ereignissen von „Feuerring“ und beginnt mit einem Prolog, der im Jahr 1764 angesiedelt ist.

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Alessio Guerrini: Im Schatten der Palazzi

Erster Eindruck

Was bietet Alessio Guerrini dem Leser mit ›Im Schatten der Palazzi‹, dem ersten Roman, den er unter diesem Pseudonym schreibt? Einen ebenso spannenden wie sympathischen Kriminalroman sowie einige Kurzkrimis hat er uns unter dem Namen Rudolf Georg schon vorgestellt. Nun ist es ein spannender Krimi vor der malerischen Kulisse San Gimignianos in der Toskana. Eine gelungene Mischung aus Sommer- und Urlaubsgefühlen und dem schaurig-schönen Kribbeln, das einen überfällt beim Lesen über raffinierte Verbrechen, die unblutig sind und die einen nicht selbst betreffen. Der leichtfüßige Schreibstil trägt dazu bei, dass man das Buch nicht aus der Hand legen möchte. Zwischen Zypressen und Palazzi: In der Toskana verschmelzen Kunst, Macht und Verbrechen zu einem mörderischen Spiel.

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Sven Stricker:  Sörensen geht aufs Haus

Richtig gut geschrieben, aber weniger Krimi als Psycho- und Sozialstudie

Der zweite Sörensen-Krimi von Sven Stricker, den ich gelesen habe. Und schon wie beim letzten Band sah ich beim Lesen stets den Schauspieler Bjarne Mädel vor mir, der den Kommissar im Film verkörpert, und hörte seine unvergleichliche Art zu sprechen in den Dialogen.

Die wieder den Hauptteil der Geschichte ausmachen, die unglaublich gut gelungen sind, aber für die Handlung, also den Kriminalfall, um den es gehen soll, oft recht wenig bedeuten.

Es ist ein Cold Case, der wieder aufgegriffen wird, als im Garten eines ehemaligen Schulfreundes von Sörensen, der plötzlich in Katenbüll wohnt, menschliche Knochen gefunden werden. Erst nach und nach stellt sich heraus, wessen Knochen das sind, der Verdacht aber taucht auf, es könne sich um die Leiche der vor ein paar Jahren verschwundenen Mia handeln.

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