Was ist Realität im Zeitalter der Fake News? Was ist die Wahrheit im Zeitalter des Relativismus, postmoderner Propaganda sowie digitaler Fake News? Gibt es so etwas wie eine Realität überhaupt noch? Oder ist sie individuellen Empfindungen und Ansichten gewichen? Mit solchen gewaltigen Themen beschäftigt sich Raphaela Edelbauer in ihrem neuen Roman „Die echtere Wirklichkeit“. Sie tut dies auf eine intelligente, provokante, leicht subversive und durchaus äußerst humorvolle Weise. Die idealen Zutaten für einen „Mind Fuck“ auf literarischer Ebene. Dieses Buch wird nicht jedem gefallen, denn es fordert heraus. Aber diejenigen, denen es gefällt (die Rezensentin schließt sich hier zu 100 Prozent mit ein), werden es lieben!
Die postfaktische Ära: vom Lesezirkel zur Terrorzelle
Petra alias „Byproxy“ sitzt nach einem schweren Autounfall im Rollstuhl und ist gerade aus einer Einrichtung für betreutes Wohnen geflogen. Die rebellische Eigenbrötlerin programmiert „Think Backwards“-Computerspiele, bei denen Ursache und Wirkung zum Beispiel zur Aufklärung von Verbrechen herangezogen werden sollen. Doch potenziellen Kunden ist das zu kompliziert, sie wollen mehr Action. Somit obdachlos, erregt ein besetztes Haus Byproxys Aufmerksamkeit. Auf diese Weise lernt sie eine Gruppe philosophischer Aktionisten namens „Aletheia“ kennen, die über Kunstaktionen gegen Fake News und Verschwörungstheorien vorgehen will. Byproxy ist für einen Lockvogel perfekt geeignet, um als Behinderte Orte auszuspionieren oder Leute abzulenken. Denn die arme junge Frau im Rollstuhl hat sicher nichts mit alledem zu tun, oder? Was die wenigsten wissen: Byproxy hat es faustdick hinter den Ohren und verfolgt durchaus eigene Pläne.









