
Nina hat ein verdammt großes Päckchen zu tragen. Das ist ihr zwar schon lange bewusst, aber erst nach dem Tod ihrer Mutter, um die sie sich aufopferungsvoll gekümmert hat, ohne Unterstützung durch ihre Schwester Katja, wird ihr bewusst, wie viel es da aufzuarbeiten gibt, über das Irma, ihre Mutter, immer geschwiegen hat. Ninas Verhältnis zu ihrer Mutter war zwar nicht unbedingt von Herzlichkeit und Vertrauen geprägt, dennoch fällt sie in ein tiefes Loch, als Irma stirbt. Ihre Mutter litt schon lange unter Depressionen, wohl schon, als die Kinder noch Kinder waren und die Familie eine Familie. Nina erinnert sich gut an die „schlechten Tage“. Jetzt, nach Irmas Tod, fragt Nina sich, was ihre Mutter wohl so beschäftigt hat, dass sie in eine schwere Depression verfallen ist. Sie fragt sich aber auch, warum sie selbst so ist, wie sie ist. Nina kann keine Nähe zulassen, kommt in ihrem Leben nicht wirklich zurecht, obwohl sie sich durchgesetzt hat und gegen den Willen der Mutter Schauspielerin geworden ist, statt Medizin zu studieren, was ihr damals durchaus möglich gewesen wäre.
Erzählt wird überwiegend in Rückblenden, in drei Zeitebenen. Einmal die Zeit jetzt, nach dem Tod der Mutter, dann erfahren wir von Irmas Kindheit am Ende des Zweiten Weltkrieges, eine wichtige Bedeutung hat aber auch das Jahr 1987 für Ninas Familie. Der letzte Urlaub als Familie in der DDR. Damals waren sie nach Böhmen gereist, die Heimat der Mutter. Nach diesem Urlaub ist alles verändert, die Familie zerbricht. Erst im Laufe der Erzählung, zwischen den Zeilen, wird klar, was damals passiert ist.
Nina hat das unbedingte Bedürfnis, die Vergangenheit aufzuarbeiten, zu erfahren, woher ihre Mutter stammt, wo sie ihre Kindheit und Jugend verbracht hat und was passiert ist, das ihre Mutter hat stumm werden lassen.








