Caroline Wahl: 1999 Meter über dem Meer

Caroline Wahl (Jahrgang 1995) ist eine deutsche Schriftstellerin, die mit ihren ersten beiden Büchern („22 Bahnen“ und „Windstärke 17“) große Erfolge erzielt hat. Nun hat sie nach „Die Assistentin“ aus dem Jahr 2025 ihren vierten Roman vorgelegt. „1999 Meter über dem Meer“ ist am 28. August 2026 bei Rowohlt erschienen.

Samara on Tour
Der Inhalt des Romans ist schnell erzählt: Samara aus „Windstärke 17“ wird zur Hauptfigur in „1999 Meter über dem Meer“. Nach einem misslungenen Urlaub auf Bali tritt Samara ihren ersten Job bei einer PR-Agentur in Berlin an. Nicht ohne zuvor von ihrem Vater ein altes Mercedes-Cabrio geschenkt bekommen zu haben. Samara begeistert ihre neue Chefin mit frischen Ideen zu den Werbekampagnen der Influencer und -innen, die die Agentur vertritt. Aber schnell wird ihr klar, dass der Job sie anödet.

Nachdem sie eine Kurzbegegnung mit einem „großen Fisch im Filmbusiness“ hat, der ihr seine Wohnung in St. Moritz für einen Aufenthalt anbietet, setzt Samara sich mit jeder Menge Müllermilch in ihren Mercedes und fährt los. Nach einem Zwischenstopp in Oberstdorf kommt sie in St. Moritz an.

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James Corey: Der Glaube der Bestien: The Captive´s War 2

Die Autoren Ty Franck und Daniel Abraham, die nach „The Expanse“ nun unter dem gemeinsamen Pseudonym James S. A. Corey die Reihe „The Captive’s War“ veröffentlichen, setzen die Handlung des Auftaktbands vorliegend nahtlos fort.

Nach der Eroberung der Menschenwelt Anjiin – selbst eine verlorene Menschenkolonie mit geheimnisvoller Vergangenheit – durch die übermächtige außerirdische Spezies der Carryx wird ein Achtel der Bewohner gefangen genommen und versklavt. Die Aliens entführten dabei gezielt die führenden Köpfe der Gesellschaft, während jene zurückblieben, die das tägliche Funktionieren der Zivilisation sicherstellten. Die Verschleppten sollen als potenzielle Vasallen für die endlosen Expansionskriege der Carryx getestet werden.

Die Menschen sind in ihrer Rolle als Sklaven keineswegs allein. Seit Jahrtausenden unterwerfen die Carryx zahllose eroberte Spezies und pressen sie in ein erbarmungsloses Herrschaftssystem, das ganz auf den ewigen Krieg gegen die geheimnisvollen „Unsterblichen“ ausgerichtet ist.

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Herbstspecial 2026

Was das Wetter schon vor einer Weile beschlossen hat, ist heute offiziell: Der Herbst beginnt! Für einige ist diese Jahreszeit der bunten Blätter, geschnitzten Kürbisse und Kuschelpullis das Highlight des Jahres (meine Cozy-Herbst-Playlist ist fast sieben Stunden lang), einige trauern dem Sommer hinterher – und für alle haben wir unser diesjähriges Herbstspecial konzipiert! Egal ob cozy oder melancholisch; gruselig, nachdenklich, sehnsuchtsvoll: Wir stellen euch hier unsere Lesehighlights vor, die perfekt in den Herbst passen! Kocht euch einen Tee und viel Spaß beim Lesen!

Herbst durch alle Genres:

Regen am Fenster, Tee in der einen Hand, dieses Buch in der anderen. Diese Bücher geben euch den zusätzlichen Gemütlichkeitsfaktor!

Allen Levi: Theo in Golden
Kyra Groh: Pumpkin Spice Latte Disaster
Bianca Iosivoni: Silver Lights: The more I hate you
Sara Hashem: The Jasad Heir
Brandon Sanderson: Weit über der smaragdgrünen See
Sabine Steck: Das Leuchten der kleinen Momente
Thomas Meyer: Wolkenbruchs wunderliche Reise in die Arme einer Schickse
David Safier: 00-Laschet
Charlie Mackesy: Denk immer dran. Der Junge, der Maulwurf, der Fuchs, das Pferd und der Sturm
Alexandria Bellefleur: Count Your Lucky Stars

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Sandra Hoffmann: Mogadischu

„Das Zelthaus verlor seine Spannung, zurück blieb ein ockergelbes Stoffgewand, darunter das Stangengerüst. Haut und Knochen.“

So fühlt sich auch Friederike, die 11-jährige Protagonistin des neuen Romans der Münchner Autorin Sandra Hoffmann. Als sei nur noch ein Gerippe übrig von ihr, ihrem Vater, ihrer Familie. Vor ein paar Tagen hat ihre Mutter zusammen mit dem geliebten kleinen Bruder den gemeinsamen Urlaubsort, den Campingplatz an der Adriaküste, ohne Erklärung verlassen und ist nicht mehr zurückgekehrt. Jetzt entscheidet der Vater, das Warten aufzugeben und nach Hause zu fahren. Minutiös schildert die Autorin, wie Vater und Tochter das eigentlich Unmögliche tun: das Zelt abbauen, sich beim vertrauten Campingplatzbesitzer das überzählige Geld abholen, an üblicher Stelle im Ort halten, um noch etwas zu essen vor der langen Heimfahrt – ohne die andere Hälfte der Familie. Jeder Handgriff ist vom Scheitern bedroht. Mitleidige Blicke der Zeltnachbarn, Männer, die dem Mädchen über die Haare streichen, Essen, das im Hals stecken bleibt. Es kann nicht sein, was nicht sein darf. Ein Gewalteinbruch. Der Vater beschließt, Oma, Nachbarn, Schule einen Bären aufzubinden. Wovon man nicht sprechen kann, darüber soll geschwiegen werden.

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CG Drews: Hazelthorn

Evander lebt auf Hazelthorn, dem riesigen Anwesen der Familie Lennox-Hall mit dem verwilderten Garten, der alles zu verschlingen droht. Sehen kann Evander das jedoch lediglich aus seinem Fenster, denn er darf sein Zimmer nicht verlassen. Er ist krank. Den gleichaltrigen Laurie, den Enkel von Mr. Lennox-Hall kann er deswegen nur aus der Ferne beobachten. Und vielleicht ist das gut, denn zu präsent sind die Erinnerungen an jenen Tag im Garten, an dem Laurie versucht hat, ihn zu umzubringen …

„Hazelthorn“ ist ein grauenhaftes, erschütterndes Erlebnis, das zu Tränen rühren kann und sich haarscharf auf der Kante zwischen Bodyhorror und genialer, grenzensprengender Literatur bewegt. CG Drews hat die Gabe, ungewöhnlich lebendig mit Worten zu malen; dieses Buch ist grausam, zauberhaft und teilweise ekelerregend – und man kann nicht genug davon bekommen. Hier wird Horror lyrisch, Natur lebendig und die Liebe zwischen zwei Jungen alles verschlingend. Selten habe ich so ein gutes Buch gelesen, gleichzeitig weiß ich nicht, ob ich jemals wieder schlafen kann. Offiziell ab 16 vermarktet, würde ich es auf keinen Fall Lesern unter 18 empfehlen, zu grafisch sind einige Elemente.

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Alexandra Bell: Das White Octopus Hotel

Das Grundkonzept des Buches verspricht eine außergewöhnliche und geheimnisvolle Geschichte. Im Mittelpunkt steht die Protagonistin Eve, deren Vergangenheit eng mit den Mysterien eines ganz besonderen Hotels verknüpft ist. Zwischen den Mauern dieses Gebäudes verbirgt sich weit mehr, als auf den ersten Blick scheint, und als Leser wird man in ein Geflecht aus Rätseln und unvorhersehbaren Wendungen hineingezogen.

Alexandra Bell hat einen wunderbar angenehmen und bildhaften Schreibstil. Besonders fasziniert hat mich die detaillierten Beschreibungen des Hotels und der dort einkehrenden Gäste. Die Autorin schafft mühelos, eine greifbare Kulisse zu erschaffen. Beim Lesen hatte ich oft das Gefühl, selbst vor Ort zu sein, durch die Gänge zu wandern und das Geschehene hautnah mitzuerleben.

Die Geschichte ist sehr geschickt konstruiert. Die Fäden werden nur langsam offengelegt, so dass man als Leser nicht sofort alle Antworten auf dem Silbertablett serviert bekommt. Genau dieses interaktive Miträtseln – was ist mit dem Hotel und Eves Vergangenheit auf sich hat – hat mir unglaublich viel Freude bereitet. Überrascht hat mich zudem, dass die Handlung stellenweise eine recht düstere Richtung einschlägt. Diese unerwartete Atmosphäre verlieh der Story anfangs eine zusätzliche Würze.

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Chris Carter: Du kriegst mich nicht

Ein Thriller, der die Bezeichnung – mit wenigen Abstrichen – verdient hat. Das Cover verspricht zwar schon Hektik und Stress mit der doppelt-schattierten Frau in Rückenansicht, offenbar wegrennend, mit fliegenden Haaren, aber schon auf den ersten Seiten „rennt“ man quasi mit. Mit Samantha, deren Ehemann ihr bei seiner Verurteilung im Gerichtssaal noch Rache geschworen hat. Samantha hat Nelson hinter Gitter gebracht, wegen Misshandlung in der Ehe und Freiheitsberaubung. Warum sollte man ihr auch nicht glauben? Es gab Beweisfotos, eine Psychiaterin, bei der sie schon länger in Therapie war und die immer wieder auf blaue Flecken und kleine Verletzungen aufmerksam geworden war. Häusliche Gewalt, ganz klar. Als es Samantha dann eines Tages gelungen war, vom Badezimmer aus, in dem sie eingesperrt und an ein Abflussrohr gefesselt war, die Polizei zu rufen, wurde Nelson verhaftet. Dreizehn Jahre soll er hinter Gittern verbringen. Den Ausschlag hat letzten Endes die überraschende Aussage einer Zeugin gegeben, die in letzter Minute aufgetaucht war und sich als Nelsons Geliebte vorgestellt hatte, die ähnliche Erfahrungen mit ihm gemacht habe. Dreizehn Jahre, in denen Nelson zwar im Gefängnis sein würde, in denen Samantha aber auch jeden Tag auf’s Neue Angst haben müsste um ihr Leben, dessen ist sie sich gewiss. Ihr Mann hat einflussreiche Freunde, an Geld mangelt es ebenfalls nicht, er kann also bestimmt auch aus dem Gefängnis heraus agieren.

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Bart van Loo: Napoleon: Der Schatten der Revolution

Ein faszinierendes Leben, geschildert in einer faszinierenden Biografie – unbedingt lesenswert

Nicht nur, weil ich grundsätzlich sehr gerne Biografien lese, sondern vor allem, weil ich schon immer von der Zeit während und nach der Französischen Revolution und der Zeit Napoleons I. gefesselt war, wollte ich dieses Buch lesen. Und ich konnte es kaum aus der Hand legen, bis ich alle weit über 600 Seiten gelesen hatte.

Inzwischen in der 18. Auflage erschienen, ist diese 2014 erstmals veröffentlichte Biografie ungemein interessant, sehr detailliert, analytisch und auch psychologisch packend. Van Loo geht sehr in die Tiefe in seiner Beschreibung des Lebens dieser historischen Person, die so viel in Europa verändert hat, was teils bis heute nachwirkt.

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Tülin Sezgin: Almanci-Mädchen: Wie ich mir Deutschsein beigebracht habe

Werden wir heimlich zu Voyeuren, sobald uns jemand einen unverstellten Blick in sein Leben anbietet? Tülin Sezgin tut genau das. In ihrer autobiografischen Erzählung „Almanci-Mädchen“ nimmt sie ihre Leser mit auf die Reise durch Kindheit, Jugend und Erwachsensein, immer auf der Suche nach ihrem Platz zwischen deutscher und türkischer Kultur.

Besonders gelungen ist dabei die konsequente Innenperspektive. Schritt für Schritt verfolgt man ihre Entwicklung und ihren Versuch, die unterschiedlichen kulturellen Prägungen miteinander zu vereinbaren. Die Autorin beschreibt ihre Erfahrungen mit Humor und Selbstironie, ohne die dahinterliegenden Fragen nach Zugehörigkeit, Identität und Vorurteile aus dem Blick zu verlieren.

Auch das Ende hat mich überzeugt. Es vermeidet einfache Antworten und verdichtet stattdessen die zentrale Erkenntnis des Buches: Identität muss nicht zwischen zwei Kulturen wählen. Die Autorin trägt beide in sich und entwickelt daraus eine eigene Haltung, die von Offenheit, Gerechtigkeitssinn und dem Widerstand gegen Rassismus geprägt ist. Das wirkt weder belehrend noch konstruiert, sondern wie eine konsequente Fortführung ihres Weges. 

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Manfred & Emilia Theisen: Kennst Du mich?

Zum Inhalt

Die Teenagerin Emma kommt mit der neuen Freundin ihres Vaters nicht gut zurecht, daher vertraut sie sich dem Chatbot ChatGPT an. Gerade die „sassy“ (d.h. freche) Version nutzt sie fortan ständig. „Blue“ – so Emmas Name für den Chatbot – hilft ihr nun nicht mehr nur bei den Hausarbeiten, sondern auch, um sie aufzumuntern und soziale Situationen zu meistern. Die technische KI wird für sie zunehmend eine Freundin und soziale Stütze.

Die Handlung des Romans basiert auf einem realen Experiment des Tochter-Vater-Autorenduos: sie haben mit ChatGPT gechattet und sich dabei als ihren Buchcharakter Emma ausgegeben. Dabei haben sie auch die Sassy-Version genutzt. Die Antworten der KI sind im Buch teils wörtlich, teils gekürzt eingebaut. Damit ist das Buch ein Mix aus Fiktion und Dokumentation eines Experiments.

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