Vier ehemalige Schulkameraden treffen sich in einem abgeschiedenen Häuschen am See und haben sich nichts zu sagen. In einer Stadt sind geheimnisvolle Rattenfänger am Werk. Eine Frau erzählt eine erfundene Geschichte über sich und eine Großmutter. Jemand hofft, eine bestimmte Begegnung vermeiden zu können. Ein Mann fährt Woche für Woche ins Hospiz zu seiner Mutter.
In den Geschichten des slowakischen Autors Michal Tallo haben die Menschen keine Namen und leben an unbestimmten Orten. Sie leben einen Alltag wie jedermann und offenbaren seelische Abgründe wie jedermann. Dabei ist Tallos Blick auf seine Protagonisten zugewandt und voller Verständnis.
Die Geschichten sind wie eingefrorene Bilder. Sie zeigen Menschen, die irgendwie in einem endlosen Kreislauf aus Zwängen und Notwendigkeiten gefangen sind und auf einen Abgrund zusteuern, der dann aber doch nicht kommt. Die an ihren Selbstansprüchen scheitern. Sie sind Opfer und zugleich Erschaffer der Umstände, in denen sie leben.
Auch wenn Personen und Orte keine Namen haben, die Geschichten sind nicht beliebig. Sie sind wie Parabeln, nur ohne Lehre – die muss ich mir selbst verordnen und dabei bieten sich in jedem Fall verschiedene Denkanstöße bzw. Deutungsansätze.
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