Kim Leopold: The Calmest Kind of Storm

Noemi führt ein geheimes Doppelleben als erfolgreiche Romantasy-Autorin Isla Golding. Als sie verkleidet auf Lesereise geht, trifft sie ausgerechnet auf ihren Hörbuchsprecher – den Mann, mit dem sie vor Jahren zwei heiße Nächte verbrachte. Das Problem? Er erkennt sie unter der Maske nicht … Ein genialer, spannender Einstieg in ein unvergessliches Abenteuer!

Ich habe schon die anderen Bände der Reihe geliebt. Es ist keine klassische 08/15-Romance-Geschichte, wie man sie im Moment häufig unter die Finger bekommt. Für mich war schnell klar: Diese Geschichte wird zu einem Highlight und hat mir am besten aus der Reihe gefallen.

Das Buch greift auch ernstere Themen auf, wie mentale Belastung und Selbstfindung. Das gibt dem Ganzen einen tiefgründigen Kern, der begeistert.

Der Schreibstil der Autorin ist angenehm flüssig und greifbar zugleich. Ich bin nur so durch die Seiten geflogen, wodurch das Buch viel zu schnell vorbei war. Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Savio und Noemi erzählt, was sehr positiv ist, da man so besser in die Gedankenwelt der beiden eintauchen kann und ihre Handlungen so mehr und mehr verstehen lernt.

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Anett Diell: Das Zimmermädchen vom Adlon

Die Goldenen Zwanziger Jahre in Berlin – das ist der Rahmen, in den „Das Zimmermädchen vom Adlon“ uns entführt. Die Zeit der Weimarer Republik war geprägt durch politische und soziale Probleme, Reparationszahlungen nach dem 1. Weltkrieg, Arbeitslosigkeit und Hunger. Dazu kam eine seit 1914 ständig steigende Inflation, die 1923 schließlich zu einer Hyperinflation führte, bei der ein Brot schon mal eine Milliarde Mark kosten konnte. Erst mit Einführung der Rentenmark konnte die Inflation gestoppt werden.

In dieser Zeit wird Irabella Keller, genannt Ira, 1921 Zimmermädchen im damals schon berühmten Hotel Adlon. Das war immer ihr Traum, jetzt wird er wahr. Mit ihrer offenen, freundlichen Art wird die zupackende Ira bald zum „frischen Wind“ im Hotel, beliebt bei Kolleginnen und Kollegen ebenso wie bald auch bei Hedda Adlon, der zweiten Ehefrau von Louis Adlon, dem Generaldirektor. Hedda entdeckt, dass in Ira viel mehr steckt als ein gewissenhaftes Zimmermädchen, dem nichts zu viel ist. Sie bittet sie bald um Rat und Ideen, die beiden freunden sich an, soweit Irabella das zulässt. Ira ist eine starke junge Frau, die auf ihrer Eigenständigkeit beharrt, die sich nicht abhängig machen will von nichts und niemandem, die sich verschließt, wenn man ihr zu nahe kommt und nur sehr wenige Menschen ihre wirklichen Freunde nennt.

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Karen Sander: Die Tiefe: Verloren

Im letzten Teil der Trilogie Die Tiefe von Karen Sander beginnt für Mascha Krieger und Tom Engelhardt, dem Ermittlerduo und jetzt offiziellen Paar, ein Wettlauf mit der Zeit. Allmählich glauben sie zu wissen, wer hinter den brutalen Serienmorden steckt. Nur eines wissen sie jedoch mit Gewissheit, es befinden sich noch weitere Menschen in Gefahr.

Die erfolgreiche Thrillerautorin Karen Sander hat inzwischen eine neue Geschichte abgeschlossen, in der mysteriöse Todesfälle im oder an Gewässern im Zentrum der Ermittlungen stehen. Dieses Mal geraten nicht nur die Ermittler selbst in lebensgefährliche Situationen. Ein als Warnung gedachtes Attentat zeigt Tom, dass die komplexe Mordserie auch auf seine persönliche Ebene gezogen worden ist. Wie soll man seine professionelle Distanz im Arbeitsalltag behalten, wenn das Leben der Liebsten bedroht ist?

Wie auch in ihren früheren Thrillern arbeitet Karen Sander mit verschiedenen Perspektiven, die jeweils ihren Anteil an der großen Geschichte haben. Aus den Nebenschauplätzen entsteht ein Puzzle, das erst im dritten Teil ein ganzes Bild ergibt. Cliffhanger und unterschiedliche Akteure sorgen dabei für eine abwechslungsreiche Lektüre.

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Ingar Johnsrud: Blendfeuer

Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine, der nun bereits in sein viertes, zermürbendes Jahr geht, hat die geopolitische Architektur Europas grundlegend erschüttert und prägt das Schicksal eines ganzen Kontinents. Es ist eine unerbittliche, fast schon zynische Realität, der sich die internationale Gemeinschaft stellen muss: Ohne den beständigen, wenn auch immer wieder politisch umstrittenen Strom an Waffenlieferungen und logistischer Unterstützung aus den europäischen Staaten und den USA wäre die ukrainische Verteidigungslinie wohl längst unter der schieren Masse der russischen Übermacht kollabiert. Zurück bliebe nicht nur ein zerschmettertes, seiner Souveränität beraubtes Land, sondern auch eine noch viel längere, unerträgliche Liste an Opfern. Dieser Abnutzungskrieg fordert nicht nur einen immensen Blutzoll unter den Soldaten beider Seiten, sondern schlägt tiefe, über Generationen hinweg spürbare Wunden in der Zivilbevölkerung.

Zu den dunkelsten und grausamsten Kapiteln dieses Konflikts – ein Aspekt, der auf fatale Weise an die dunkelsten Epochen der europäischen Geschichte erinnert – gehört die systematische Verschleppung von schätzungsweise 20.000 ukrainischen Kindern. Entrissen aus ihrem familiären und kulturellen Umfeld, sollen sie tief im russischen Hinterland durch gezielte Adoptionen in regimetreue Familien ummerzogen und ihrer Identität beraubt werden. Ein derartiges Vorgehen markiert nicht nur eine humanitäre Tragödie, sondern wird von den Vereinten Nationen unmissverständlich als Kriegsverbrechen gebrandmarkt. Es war genau diese systematische Deportationspolitik, die den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag zu dem historischen Schritt veranlasste, Wladimir Putin offiziell als Kriegsverbrecher einzustufen und mit einem Haftbefehl zu belegen.

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Lea Gerstenberger: Der Gesang des Falken

Ein historischer Roman, der einen guten und durchaus interessanten Einblick gibt in das höfische Leben in Frankreich zu Beginn des 16. Jahrhunderts, als Anne Boleyn als etwa 12-jährige junge Adlige als Ehrenmädchen an den französischen Hof kommt und sich dort sehr bald positiv hervortut.

Der Covertext hebt Anne Boleyn zwar als bedeutend hervor: „Anne Boleyn schrieb in England Geschichte. Doch ihr Charakter wurde in Frankreich geformt.“, im Roman selbst spielt sie zwar eine wichtige Rolle, aber eher eine Nebenrolle neben Marcelle de Saint-Séverin, der Tochter des Großstallmeisters, die ebenfalls als Ehrenmädchen im Hofstaat der späteren Königin lebt.

Ich hatte erwartet, ein bisschen mehr über den Weg der Anne Boleyn vom französischen Hof, den sie 1522 verlassen musste, um in England Hofdame am Tudor-Hof zu werden, bis hin zu ihrer Vermählung mit König Heinrich VIII., dessen zweite Ehefrau sie wurde und der sie wegen Hochverrats und vorgeblichen Ehebruchs am 19. Mai 1536 enthaupten ließ. Davon erfährt man in diesem Roman leider nichts. Insofern fand ich den Satz auf dem Cover etwas unzutreffend.

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Ana Lane: Mornings in Boston: The story we tell, The Truth We Hide & The Games We Play

Hier handelt es sich um eine Trilogie, die unter dem Titel Love on Air im LYX Verlag erschienen ist und besonders durch die wunderschön gestaltenden Cover ins Auge fällt.

Mornings in Boston 1 erzählt die Geschichte der ehrgeizigen Journalistin Penelope Sanderson, die als Co-Moderatorin einer quotenstarken Frühstücksshow den Karrieresprung schafft. Ihr Erfolg wird jedoch durch ihren attraktiven Co-Moderator und bekannten Playboy Connor Kingsley getrübt, der ihr von Beginn an das Leben schwer macht. Trotz der Sabotageversuche lässt sich Penelope nicht unterkriegen, während gleichzeitig eine unerwartete emotionale Nähe entsteht, da Connor sie besser zu verstehen scheint als jeder andere.

Der erste Band der Reihe hat es schon emotional in sich. Es bietet von Seite eins an eine großartige Liebesgeschichte und hat alles was man sich von einem Buch dieses Genres wünscht: Knistern, Dynamik, eine Prise Humor und zwei starke Charaktere auf Augenhöhe.

Das Setting in der teils stressigen Welt des Fernsehens ist erfrischend und bringt seine ganz eigene Dynamik in die Handlung mit ein. Man erfährt auch mal hinter den Kulissen was so alles abgeht.

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Peter Grainger: Ein unglücklicher Tod

Den Briten ist Peter Grainger längst ein Begriff. Seine im Selbstverlag erschienenen Kriminalromane fanden begeisterte Leser. Nun veröffentlicht der Diogenes Verlag in diesem Jahr drei seiner Bücher. Erfreulicherweise.

Kürzlich hatte ich angemerkt, dass Ermittler heutzutage nicht ohne schwerwiegende psychische Schäden und persönliche Dramen auskommen, die bisweilen einen zu großen Teil der Erzählung ausmachen und vom eigentlichen Fall ablenken. In dieser Hinsicht ist Graingers Hauptfigur David „DC“ Smith so alltäglich wie sein Name, fast schon altmodisch. Und dennoch ist er ein echtes Unikum. Wir erfahren im ersten Band natürlich noch nicht alles über seinen Hintergrund. Er lebt allein, seit seine Frau gestorben ist, um die er immer noch trauert. Er missachtet schon mal die Vorschriften, kommt nicht mit allen Kollegen klar, hat dennoch viele Freunde, spielt Gitarre, und hat eine Vorliebe für ironische Bemerkungen und unerwartete Kommentare. Ein Typ mit Ecken und Kanten, ein sympathischer Eigenbrötler, aus dem ganz normalen Leben gegriffen. Eine echte Identifikationsfigur.

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Elena Fischer: Wirf einen Schatten

Einsamkeit und Stille haben sich im Haus und in Josephs Innerem ausgebreitet. „Seine Frau und sein Sohn hatten alle Geräusche mitgenommen.“ (eBook S. 10).

Die Geschichte spielt Ende der Fünfziger bis Anfang der Sechziger Jahre, einer Zeit, die  von einem anderen Takt und anderen Werten bestimmt war.

Nachdem seine Frau ihn mit dem gemeinsamen kleinen Sohn verlassen hat, sieht Joseph keinen Sinn mehr im Leben. 

Bislang ist Josephs Tagesablauf davon geprägt, sich um den Hof und die Tiere zu kümmern. Das war schon bei den Eltern so. Platz für andere Gedanken bleibt keiner. Über Belastendes zu reden hat er nie gelernt. So hat er sich auch nie mit den Geschehnissen aus der Vergangenheit auseinandergesetzt. Immer noch bedrückt ihn ein tragisches Unglück aus seiner Kindheit. Gerade rechtzeitig steht die junge Birdie mit all ihren Problemen vor seiner Tür. Er nimmt Birdie auf und versucht ihr zu helfen. Auch zu Ada, der Schwester seiner Frau, findet Joseph wieder Zugang. Es wird ein langer Prozess für Joseph, sich mit allem Geschehen auseinanderzusetzen und neue Gedanken zu fassen.

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Ayla Dade: Royal Clair Club: Her First Hunt

Inhalt

Inez gehört nicht zur Elite. Ihr Milieu ist das Elendsviertel Westcliff, ihr goldenes Ticket das Stipendium am exklusiven St. Clair College. Hier regieren Geld, Macht und eine High Society, die sprichwörtlich über Leichen geht. Das College steht unter der geheimen Herrschaft der skrupellosen X-Boys. Calix van Schmitt Barclay ist der Jüngste der drei Brüder – und er hat nur ein Ziel im Visier: Inez. Eiskalt, verboten sexy und unwiderstehlich nutzt er jede Gelegenheit, um sie an ihre Grenzen zu treiben. Doch Inez ist keine leichte Beute, denn sie verfolgt eine eigene Mission. Um Antworten zu finden, muss sie in den geheimen Royal Clair Club aufgenommen werden. Das bedeutet volles Risiko. Sie muss sich auf Calix’ gefährliches Spiel einlassen und seiner magischen Anziehungskraft widerstehen. Dabei ahnt sie noch nicht, dass in den Adern der X-Boys kein gewöhnliches, menschliches Blut fließt.

Wichtiger Hinweis
Wer dieses Buch liest, sollte wissen, worauf er sich einlässt: Das Label „Dark Romantasy“ steht hier absolut zu Recht auf dem Cover! Die Geschichte ist stellenweise extrem düster, die Sprache ist ziemlich vulgär und es passieren Dinge, die man im realen Leben niemals so tolerieren würde. Obwohl das Genre für mich noch recht neu ist, passte diese Härte hier einfach perfekt zur gesamten Atmosphäre.

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Rebekka Moser: Tief

Das Cover in blassblau, Blick über den Bodensee, im Hintergrund ahnt man die Berge, vorne ein Steg, ein kleines Boot auf der glatten Wasserfläche. Dazu mehr als Ahnung denn erkennbar der Kopf einer Frau, einzelne lockige Strähnen fallen auf. Das Cover wirkt nicht wie ein schöner sonniger Tag am See, eher etwas beklemmend und passt daher gut zu der Geschichte, die uns erwartet. Genau wie die zunächst etwas seltsam anmutenden Kapitel-Überschriften. „VORBEI. Herbst. Ein Täter. Bodensee“ oder „Als alles begann. Sommer. Eine junge Frau. Mittelmeer“. So wird man als Leser zwischen den verschiedenen Erzähl- und Zeitebenen begleitet, weiß eigentlich immer, wo man gerade ist. Kein Wort zu viel! Das wiederum passt gut zu Kommissar Richard Heinzle, der grade alles andere als begeistert ist, sich um eine Mordermittlung zu kümmern. Und dann noch eine, die einem echt nahe geht. Heinzle braucht Zeit. Zeit für sich, um den Tod seiner Frau zu verarbeiten, nicht um zu ermitteln. Aber danach fragt grade keiner. Das Verhältnis zwischen Heinzle und Georg, seinem Chef, ist eh anscheinend nicht das beste, der Ton ist nicht unbedingt freundschaftlich, auch wenn sie dann doch gut zusammenarbeiten. Heinzle muss sich fügen und findet sich bald im wohl emotionalsten Fall wieder, den er je zu lösen hatte. Gott sei Dank mit der Unterstützung des Psychologen und Profilers, seinem Freund „Sense“ – eigentlich Sononer, der hinzugezogen wird und Sissi Kirschbaum, der Gerichtsmedizinerin, die ganz gerne eine wichtigere Rolle in Heinzles Leben spielen würde, aber dazu ist Heinzle nicht bereit.

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