Cora Wucherer: All die Farben, all das Licht

In dem wunderbaren Roman von Cora Wucherer sind all die Farben und all das Licht extrem wichtig für die siebzehnjährige Juna. Sie wollte unbedingt Malerin werden. Den Wunsch weckte ein Buch über die Künstlerin Lotte Laserstein. Damals konnte Juna noch nicht lesen, also ließ sie es sich x-Mal von der Babysitterin vorlesen, nachdem diese zuerst für ihre kleine Schwester Martha ein Kinderbuch vorgelesen hatte.

Auf dem Titel von Junas Lieblingsbuch war ein Bild der Künstlerin abgebildet, dass ihre Fantasie in Bewegung setzte. Juna malt seit diesem Tag ständig und träumt von ihrer eigenen Karriere. Mit siebzehn arbeitet sie an ihrer Bewerbungsmappe, um für ein Kunststudium aufgenommen zu werden.

Dieser Herzenswunsch gerät in Gefahr, als Juna von ihrer seltenen Erkrankung erfährt. Sie wird in Kürze erblinden und taub werden. Jetzt weiß sie, warum sie ständig stolpert oder hinfällt und woher ihre Unsicherheit in einer dunklen Umgebung kommt.

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Charlotte Jacobi: Manolo Blahnik und der Traum vom Erfolg

Alles begann mit einem winzig kleinen Schühchen, geformt aus der Silberfolie einer Schokoladenverpackung und gedacht für „Senora Eidechse“, damit sie sich die kleinen Füße nicht so verbrannte, wenn sie über die heißen Steine der Bananenplantage flitzte, auf der Manolo Blahnik und seine Schwester Evangelina aufgewachsen sind.

Manolo schaute den Menschen, denen er begegnete immer auf die Füße, auf die Schuhe, in denen sie steckten, und er machte sich ganz automatisch und ohne wirklich darüber nachzudenken, Gedanken, was man ändern müsste, um die betreffenden Schuhe bequem oder nur bequemer zu machen. Eine Leidenschaft, die er schon als kleiner Junge hatte, als er, gemeinsam mit Evangelina, beim Spielen diese kleine Eidechse beobachtete und einen Schuh für sie bastelte. Diesen kleinen Schuh aus Silberpapier trug er später immer wieder bei sich.

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Fiona Mozley: Letzte Nacht in Soho

Im Zentrum von Fiona Mozleys zweitem Roman steht ein Bordell, ein altes, heruntergekommenes Haus, das der Gentrifizierung im Wege steht. Doch die Bewohnerinnen wehren sich. Sie wohnen, arbeiten und leben seit Jahren dort, relativ selbstbestimmt, ohne Zuhälter. Es sind selbstbewusste, kämpferische Frauen, die zu dem stehen, was sie tun, und sich nicht vertreiben lassen wollen.

Es geht in diesem Roman aber nicht nur um eine Gruppe von Prostituierten. Mozleys Themen sind breit gefächert: soziale Spaltung und Selbstbestimmung, ökonomische und sexuelle Machtstrukturen, Liebe und Gewalt, das Exemplarische im Individuellen.

Mozley versammelt dazu ein an persönlichen Macken reiches Panoptikum von rund zwanzig Charakteren aus allen gesellschaftlichen Schichten: von Agatha Howard, die alles daran setzt, ihr Gentrifizierungsprojekt umzusetzen, und Bastian und Rebecca, einem in Wohlstand satt gewordenen Paar, das Liebe woanders sucht, über das bunte Gemisch an Bargästen in Soho und den Bordellbewohnerinnen mit der Hauptfigur Precious, die sich plötzlich und ungewollt als Anführerin einer Revolte wiederfindet, bis zu den Obdachlosen, die unter der fürsorglichen Führung des »Erzbischofs« in einem Kellergewölbe hausen.

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J. R. Ward: Crown of War and Shadow

Sorrel lebt als Außenseiterin in einem abgelegenen Dorf und versucht, ihre ungewöhnlichen magischen Fähigkeiten geheim zu halten. Sie kann Verletzte heilen – sieht aber gleichzeitig den Tod eines Menschen voraus, sobald sie ihm in die Augen blickt. Als die magische Barriere „Fulcrum“, die die Menschenwelt vor Dämonen schützt, zusammenbricht, gerät Sorrel unter Verdacht und muss fliehen.

Von ihrer ihr selbst unbekannten Mutter hat sie einen magischen Kompass und eine geheimnisvolle schwarze Krone geerbt. Sie soll die Krone zu einer legendären Kriegerkönigin bringen, die den Kampf gegen den Dämonenkönig aufnehmen soll. Für den gefährlichen Weg durch ein von Monstern und Dämonen heimgesuchtes Land braucht Sorrel einen Beschützer und verpflichtet den Söldner Merc, einen Nordmann. Dieser verlangt als Gegenleistung eine Nacht mit ihr.

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Raffaella Romagnolo: Wir gehen mal los

Die italienische Schriftstellerin und Lehrerin Raffaella Romagnolo (Jahrgang 1971) hat einen neuen Roman geschrieben. „Wir gehen mal los“ ist am 20. Mai 2026 in einer Übersetzung von Peter Klöss im Diogenes Verlag erschienen.

Eine Familie in Trauer
Ich bin spät dran mit diesem schmalen Buch einer Coming-of-Age-Geschichte. Aber das Lesen hat sich gelohnt. Raffaella Romagnolo erzählt von Amedeo Filiberto Maria Ghisleri, einem sechzehnjährigen Jungen in der Pubertät, dessen Mutter Anna vor einem Jahr bei einem Autounfall gestorben ist. Amedeo verkriecht sich seitdem hinter seinen langen Stirnlocken, hinter Heavy Metal und Videospielen. Amedeo schwänzt die Schule, er liebt seinen Kater Oliver und er mag Lucilla Colombo, seine neue Mitschülerin. Und er vermisst seine Mutter Anna zutiefst. Sein Vater, der Ingenieur Giandomenico Ghisleri, bemüht sich redlich, den Familienalltag mit Routinen zu bewältigen, auch um Amedeos jüngerem Bruder Lorenzo Halt zu geben. Aber Giandomenico befürchtet, den Kontakt zu Amedeo, zu Ame, zu verlieren. Er verordnet ihnen eine Wanderung in den Bergen. Zu zweit auf die 3453 Meter hohe Punta Liberté – und so beginnt Raffaella Romagnolo ihre Geschichte:

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Ronja Madeleine: Love is like a Tsunami

Im zweiten Teil dieser Reihe treffen Welten aufeinander: Cheerleading, Kunst und Schwimmen bilden die Kulisse für die Geschichte von Alaric und Piper. Eigentlich haben die beiden nichts miteinander zu tun. Doch ein prestigeträchtiger Wettbewerb um ein begehrtes Praktikum bei einer bekannten Künstlerin macht sie zu direkten Konkurrenten. Aus der anfänglichen Rivalität entwickelt sich jedoch schnell eine spürbare Dynamik. Hier wird die beliebte Rivals-to-Lovers-Trope perfekt bedient, denn trotz des Konkurrenzkampfes sprühen zwischen den beiden schon bald heftig die Funken.

Wichtiger Hinweis vorab: Man muss den ersten Band der Reihe unbedingt kennen, um der Handlung folgen zu können!

Die Geschichte wird abwechselnd aus der Ich-Perspektive von Alaric und Piper erzählt. Das sorgt für einen dynamischen Einblick in beide Gefühlswelten. Der Schreibstil ist angenehm leicht und flüssig, sodass man förmlich durch die Seiten fliegt und das Buch kaum aus der Hand legen mag.

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Soraya Lane: Die vergessene Tochter

Der siebte Band der achtteiligen Reihe um die „verlorene Tochter“ führt uns nach Norwegen. Auch wenn Sie die ersten Bände nicht gelesen haben, werden Sie nicht das Gefühl haben, nicht mitzukommen. Jeder Band steht für sich. Jeder ist in einem anderen Land angesiedelt, diesmal also Norwegen.

Im Mittelpunkt stehen Charlotte und ihre Urgroßmutter Amelie, die offenbar Zeit ihres langen Lebens ein Geheimnis gut gehütet hat. Jetzt ist sie leicht dement, lebt in einem Pflegeheim und man muss damit rechnen, dass sie bald sterben wird. Von sich aus hätte Amelie ihre Geschichte wahrscheinlich nicht erzählt, aber ein Zufall will es, dass Charlotte, kurz bevor sie London verlässt, um zurück nach Oslo zu kommen und dort einen neuen Job als Chefköchin in einem ganz neuen Luxushotel anzunehmen, ein kleines Kästchen anvertraut wird, das ihre Urgroßmutter vor vielen Jahren offenbar für ihre Tochter in London hinterlassen hatte. Die Dame, die Charlotte das Kästchen überbringt, erzählt, dass sie es aus dem Haus ihrer Tante Hope hat, die vor Jahren ein Heim für unverheiratete Mütter unterhalten hat, die dort unterkommen konnten mit ihren Babys, bis sie diese zur Adoption freigeben wollten oder eine andere Lösung gefunden hatten.

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Jasmin Engel: Last Era: In Zeiten des Wandels

Der Roman Last Era: In Zeiten des Wandels entführt uns in das Nürnberg des Jahres 1500. Dieses Datum markiert den Übergang vom Mittelalter in die Neuzeit. Der Buchdruck, die Reformation, bedeutende Erfindungen und neue Strömungen in Kunst, Philosophie und Wissenschaft verändern das mittelalterliche Weltbild nachhaltig. Die neuen Erkenntnisse dringen jedoch nur langsam in das Leben und den Alltag der Menschen. Altes und Neues existieren gleichzeitig nebeneinander. Unsicherheit und veränderte Rahmenbedingungen führen zu tiefsitzenden Ängsten bei den Menschen. Der Glaube an die Endzeit kommt in Mode.

Die neunzehnjährige bürgerliche Sophie lebt, noch unverheiratet, zusammen mit ihrem Vater in Nürnberg. Während sie von ihrer unmöglichen Liebe zu dem Adligen Simon träumt und versucht, ihre übersinnlichen Fähigkeiten sowie die immer häufiger vorkommenden Träume von einem Engel namens Adrael zu verstehen, verfolgt ihr Vater im Keller seines Hauses heimliche Studien. Als ein Inquisitor in der Stadt aktiv wird, geraten Sophie und ihr Vater in große Gefahr. Die Menschen beginnen sich gegenseitig zu beschuldigen und über Sophies Vater kursiert das Gerücht, er würde schwarze Magie betreiben.

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Woody Brown: Ein ganz normales Wunder

„Es ist, als gäbe es da eine unsichtbare Linie der Behinderung, und wenn du auf der falschen Seite bist, machen sich nicht einmal die Mobber über dich lustig. Du bist so weit außerhalb, dass es einfach nicht mehr lustig ist.“

Eigentlich wollte Walter studieren. Doch nach dem überraschenden Tod des Vaters muss seine Mutter in die Erwerbstätigkeit zurückkehren und kann nicht mehr die Unterstützung leisten, die Walter als non-verbaler Autist benötigt, um im universitären Umfeld zurechtzukommen. Bei Upward Bound, einer Tagesstätte für behinderte Teenager und Erwachsene, gibt es niemanden, der sein Potenzial erkennt oder sich die Zeit nehmen könnte, mit ihm per Buchstabentafel zu kommunizieren. Stattdessen werden die „Schützlinge“, wie der Einrichtungsleiter sie bezeichnet haben möchte, mit einem ewig gleichen Ablauf aus Spielen für Kleinkinder und sinnentleerten Ausflügen beschäftigt. Mehrere Angestellte bei Upward Bound versuchen, frischen Wind in die verstaubte Routine zu bringen, und setzen sich für einen menschenwürdigen Umgang ein. Als jedoch das ungewöhnliche, wenngleich harmlose Verhalten eines ausgebüxten Schützlings ins Visier einer Polizeistreife gerät, kommt es zu einer Katastrophe.

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Michael Peinkofer: Alchemie des Feuers

Es ist die Ära, in der Europa in Gewalt, Not und Verwüstung versinkt. Wir schreiben das Jahr des Herrn 1618. Ein Komet erhellt das Firmament und kündet von dunklen Zeiten. Kaiser und Reichsstände stehen einander ablehnend, ja unversöhnlich gegenüber. Die Zeit des Dreißigjährigen Krieges ist gekommen – Soldatenheere verwüsten weite Teile Europas, ziehen unter wechselnden Fahnen durch die Lande und kämpfen mal im Dienst der Papisten, mal für die Protestanten.

Ein junger, wissbegieriger Mönch wird von einem Traum heimgesucht. Ein Alp zeigt ihm einen Hügel mit einer zerrissenen Fahne – eine Vision, die ihn voller Furcht und Schrecken zurücklässt.

Als er sich seinem Mentor und Ordensbruder anvertraut, geschieht das Undenkbare – der Pater wird erdrosselt. Die verbotene Kladde, in der dieser bis zu seinem Tod geforscht hat, weist den Weg. Der Feyerfeiss ist zurück!

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