Nicole Böhm: House of Zodiac 2: Kometenschauer

Jupiter hat es geschafft, einen Weg nach Hause zu finden. Zu spät erkennt sie jedoch, dass sie einen schrecklichen Fehler begangen und ihre Freunde in höchste Gefahr gebracht hat. Sie muss schleunigst nach Zodiac zurückkehren, um sie zu retten. Doch kaum dort angekommen, ist es ausgerechnet Jupiter, die plötzlich zur Gejagten wird. Der Konflikt zwischen den vier Herrscherhäusern Zodiacs spitzt sich weiter zu …

„Kämpfe kommen. Immer wieder.“ (~ House of Zodiac, Band 2)

Der zweite Band ist genauso episch gestartet, wie der erste geendet hat. Die Spannung hat mich wieder von Anfang an mitgenommen, als wäre ich nie weg gewesen und genauso gern bin ich der Handlung auch weiterhin gefolgt. Einiges musste passieren und war klar vorhersehbar, aber wesentlich mehr Plottwists haben mein Weltbild von dieser Reihe auf den Kopf gestellt.

Großartig fand ich auch die Gestaltung der Charaktere. Einige waren natürlich bekannt und konnten sich weiterentwickeln – die Beziehung zwischen Nox und Jupiter verfolge ich sehr gern – aber auch die vermeintlichen Antagonisten haben eigene Kapitel bekommen. So konnten sie ihre inneren Ängste und Ziele darlegen, sodass die Grenze zwischen Gut und Böse, Held und Schurke, immer weiter verschwommen ist und ich auch die Taten der „Bösen“ nachvollziehen kann. Diese charakterliche Tiefe bei allen Figuren gefällt mir sehr gut.

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Åsa Hellberg: Vega Varg: Das Schweigen der Insel

Die Grenzregion zwischen Schweden und Norwegen ist ein beliebtes Setting in Skandinavien-Krimis. So auch in Åsa Hellbergs Auftakt ihrer Vega-Varg-Reihe, mit der die Autorin, die sich bisher mit Liebesromanen einen Namen gemacht hat, Neuland betritt. Liebe bzw. Sex spielen auch im ersten Fall eine zentrale Rolle.

Auf der Insel Südkoster wird ein junger Mann, Fredde Skog, ermordet. Kurz danach verschwindet Meja Kron, die Ehefrau eines prominenten norwegischen Politikers. Sie gehört einer Gruppe von vier Immobilienmaklern an, die für ein Team-Retreat auf die Insel gekommen sind, um ihre Gruppendynamik zu verbessern. Die hat es in sich.

Jede/r hat etwas mit jeder/m. Es wird munter durcheinander koitiert, und natürlich dürfen Drogen nicht fehlen. Außerdem befindet sich eine betrogene Ehefrau auf der Insel, die ihrem untreuen Mann hinterherspioniert. Auch Fredde scheint mit Meja geschlafen zu haben.

Verdächtig sind vor dem ausschweifenden Hintergrund natürlich alle. Abgesehen von den Ermittelnden, Vega Varg und ihrem Freund und Kollegen Leopold. Kein Wunder: Sie haben keinen Sex.

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Olivie Blake: Gifted & Talented: Aufstieg und Fall einer magischen Familie

Olivie Blakes „Gifted & Talented“ nimmt ein bekanntes Motiv – den Tod eines übermächtigen Vaters und den Streit seiner Kinder ums Erbe – und transferiert dieses in eine Welt, in der Technik und Magie nebeneinander existieren. Im Zentrum stehen drei Geschwister, die nicht nur um ein Firmenimperium kämpfen, sondern vor allem um etwas, das sie nie wirklich bekommen haben – um Anerkennung.

Meredith, Arthur und Eilidh sind, zumindest auf den ersten Blick, allesamt erfolgreich. Eine führt ein Biotech-Unternehmen, das mittels einer App angeblich psychische Krankheiten heilen kann, der andere galt als ein politisches Talent mit einst großen Idealen, der an der politischen Realität gescheitert ist, die dritte ist eine ehemalige Star-Ballerina, die nach einer schweren Verletzung im väterlichen Unternehmen neu anfangen musste.

Je näher man ihnen kommt, desto deutlicher wird, dass hinter all dem Glanz viel Unsicherheit, Selbstzweifel und Täuschung stecken. Der Roman interessiert sich überraschenderweise weit weniger dafür, wer den Kampf ums Erbe am Ende gewinnt, als dafür, warum diese Figuren trotz all ihrer Möglichkeiten letztlich so verloren sind.

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Romy Herold: Die Schwartau Schwestern: Die Süße des Lebens

Eine interessante Familiengeschichte, eng verwoben mit der Entstehungsgeschichte eines Unternehmens, das bis heute erfolgreich ist. Zwar nicht mehr im Familienbesitz, aber nicht minder erfolgreich. Und zwar nicht nur mit Marmelade, zu den besonderen Verkaufsschlagern gehören seit den 1980er Jahren vor allem Corny-Müsli-Riegel, ein Produkt, das aus Amerika übernommen worden war und sich auch hier bei uns etabliert hat.

Begonnen hat alles zu Beginn des 20. Jahrhunderts mit einer Fabrik für Bohnerwachs, die die Brüder Dr. Paul Fromm, Chemiker und Apotheker, und der Kaufmann Otto Fromm in Schwartau, damals einem kleinen Marktflecken mit Potenzial gegründet hatten. Die komplette Familie übersiedelte von Rostock nach Schwartau. Auch die Schwestern waren in das Unternehmen eingebunden. Zunächst nur Emma, die die Buchhaltung innehatte, was für eine Frau in der damaligen Zeit äußerst ungewöhnlich war, aber ihre Familie war in vielen Dingen eher unkonventionell.

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Lisa Roy: Alles ist Gold

Lisa Roy erzählt in „Alles ist Gold“ von einer jungen Frau, die aus der Bahn gerät – und gerade im Stillstand merkt, wie wenig sie bisher selbst entschieden hat. Es ist ein leiser, beharrlicher Roman über Selbstzweifel, Erwartungen und die Zumutung, ein eigenes Leben zu beginnen.

Jana ist 30 Jahre alt, frisch getrennt – und schwanger nach einem One-Night-Stand. Und sie weiß nicht, was sie will: kein Kind, ein Kind, zurück ins alte Leben, hinaus aus allem. Sie zieht zu ihren Eltern, kreist in Gedanken um sich selbst und findet doch keinen Punkt, an dem aus Denken Entscheidung und Handeln wird.

Diese Unsicherheit ist nicht nur Janas Charakterzug, sondern das erzählerische Prinzip von „Alles ist Gold“. Fast jeder Impuls wird wieder zurückgenommen, jede Möglichkeit sofort infrage gestellt. Das ist psychologisch glaubwürdig, bisweilen für die Leserin/den Leser aber auch anstrengend. Denn der Roman richtet sich in Janas Unentschiedenheit gelegentlich so gründlich ein, dass die äußere Handlung an Spannung verliert.

Bewegung kommt erst durch Miral in die Geschichte, eine selbstbewusste Frau, die Jana zugleich fasziniert und verunsichert. Mit ihr bricht Jana nach Italien auf. Der Roadtrip gibt dem Roman Struktur, doch im Kern bleibt diese Reise eine innere: Jana flieht nicht nur vor einer Entscheidung, sondern vor der Erkenntnis, dass sie ihr Leben lange an fremden Erwartungen ausgerichtet hat.

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Katrin de Vries: Die kleinste größte Welt

Katrin de Vries ist eine deutsche Schriftstellerin. Sie wurde 1959 in Ostfriesland geboren und lebt auch heute dort. 2024 erschien ihr Buch „Ein Garten offenbart sich“. Nun veröffentlichte dtv am 15. Mai 2026 ihren ersten Roman mit dem Titel „Die kleinste größte Welt“.

Deutschland 1959: Vom Leben und Arbeiten in einem ostfriesischen Dorf

Schauplatz der Geschichte ist ein kleines Dorf nahe der niederländischen Grenze in Ostfriesland: Die achtzehnjährige Lieske bringt ihr Kind 1959 zu Hause zur Welt. Die Hebamme Geeske Diddens und der Landarzt Dr. Wessels stehen ihr zur Seite. Das Mädchen Greta wird gesund geboren und wächst fortan meist unter der Obhut ihrer Großeltern auf. Ihre Eltern Lieske und Dieter müssen arbeiten. Sie in der Fabrik, er in der Malerfirma seines Vaters.
Die Hebamme Geeske ist seit ihrer Ausbildung Dorfhebamme und begleitet schon Jahrzehnte Frauen bei der Geburt. Inzwischen ist sie Witwe und kinderlos geblieben. Sie schreibt regelmäßig mit ihrer Freundin und Kollegin Käthe, die in der nahen Kleinstadt wohnt und arbeitet.

Das Wirtschaftswunder beginnt

Durch Geeskes Augen beschreibt Katrin de Vries das Leben in der Nachkriegszeit auf dem Dorf und die Veränderungen im Laufe der Zeit. Greta wächst behütet auf. Sie hat mit Großvater Klaas und Großmutter Janna liebevolle Großeltern. Das geht nicht allen Kindern so, weiß die Hebamme, die sich in den Dorfhaushalten auskennt.
Aber auch Geeske muss sich an die Veränderungen und den Fortschritt gewöhnen. Denn in den Krankenhäusern werden Geburtsstationen eingerichtet, die Frauen gehen zur Entbindung immer öfter dorthin. Supermärkte entstehen, die Leute fahren Auto und kaufen Fernsehgeräte, Kühlschränke und Waschmaschinen.

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Daniela Dröscher: Sprechen

Daniela Dröscher dürfte den meisten Lesern durch ihren 2022 erschienenen Roman „Lügen über meine Mutter“ bekannt sein. In unserem Leselustportal ist die Rezension ihres 2025 erschienenen Romans „Junge Frau mit Katze“ zu finden.

Wie man vom Titel bereits ableiten kann, sind in ihrem Essayband „Sprechen“ die Sprache und das Sprechen ihr zentrales Thema. Hier beleuchtet Daniela Dröscher Sprache von der wissenschaftlichen Seite aus und Sprache im Allgemeinen. Dabei nimmt sie Stellung zu Dialekten, Hochdeutsch, Fachsprache, zur sozialen Herkunft oder zur Tonalität der Worte.

Wie die Autorin selbst anmerkt, legt sie den Fokus dabei auf die Sphäre des Zwischenmenschlichen.

Immer wieder lässt sie Beispiele mit Interna aus ihrer Kindheit, die sie auch schon in ihren Romanen thematisiert hat, einfließen. Aufgewachsen in einem kleinen Dorf im Hunsrück, war sie dort mit dem örtlichen Dialekt ebenso konfrontiert wie mit dem Hochdeutschen, das ihre Mutter zu sprechen pflegte. Geprägt von der Mutter, die sich auf ihre ganz eigene Art einst in die Dorfgemeinschaft einbrachte, versuchte auch Daniela Dröscher als Kind, sich präzise auszudrücken. Wir lesen unter anderem von Streitgesprächen in der Familie, vom Nichtverstandenwerden oder von falschen Interpretationen des Gesagten.

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Louisa Bay: New York City Billionaires: Player

Jules West ist das Paradebeispiel einer modernen, zielstrebigen Frau: Als Assistentin im legendären New Yorker Hotel Mayfair ist sie hochprofessionell, effizient und lässt sich durch nichts aus der Ruhe bringen. Ihr Ziel ist klar definiert – der Posten der Hotelmanagerin. Doch die Beförderung hängt ausgerechnet von Leo Hart ab, ihrem arroganten Chef, dessen Fokus weit weniger auf dem Prestige des Hauses liegt als Jules’. Als Leo für die Öffentlichkeit eine Verlobte benötigt, entsteht ein strategischer Deal: Jules mimt die Frau an seiner Seite, während Leo ihr im Gegenzug die Chance gibt, sich als Managerin auf Probe zu beweisen. Was als kalkuliertes Geschäft beginnt, entwickelt sich jedoch rasch zu einer emotionalen Zerreißprobe, bei der die Grenzen zwischen Fassade und echter Leidenschaft verschwimmen.

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Theresa Bell: Sepia und der Fluch des Tintendrachen

Willkommen zurück in Flohall – jener Stadt, in der Schneider, Künstler und nicht zuletzt Buchliebhaber und Buchdrucker leben und wirken. Schon zweimal mussten drei Lehrlinge ihre Heimat vor düsteren Mächten retten. Nun jedoch scheint die Lage ernster denn je! Ein unheimlicher Nebel breitet sich in den Gassen aus, verschlingt Häuser, lässt Bücher und Tintenwesen zu Staub zerfallen und bedroht schließlich auch die Menschen.

Schnell wird klar, dass die Ursache nicht aus dieser Welt stammt. Um Flohall zu retten, müssen die drei erneut aufbrechen, die legendäre Drachenschuppe des Tintendrachen finden und das Rätsel um eine Pforte in eine fremde Welt lösen. Dort warten Vögelmenschen, Dämonen und zahlreiche weitere Gefahren – und nicht jede Herausforderung wirkt dabei wirklich neu …

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Moa Berglöf, Joakim Zander: Die Stockholm Protokolle: Gefährliche Beziehungen

Julia hat sich als investigative Politikjournalistin bei einer schwedischen Zeitung einen Namen gemacht. Man kennt sie, man schätzt ihre Artikel. Bis sie eines Tages offenbar ein bisschen zu viel investigativ unterwegs ist. Julia glaubt, Unregelmäßigkeiten entdeckt zu haben, im Terminplan der Flugbereitschaft der schwedischen Regierung. An sich nichts Aufregendes, wären da nicht immer wiederkehrende Ereignisse rund um Aufenthalte des Ministerpräsidenten und seiner engsten Vertrauten in Brüssel. Wie es aussieht, ist die Regierungsmaschine jeweils bereits ein, zwei Tage vor der Rückkehr von Christian Bratt wieder in Stockholm gelandet. Julia treibt die Frage um, was der Ministerpräsident außerhalb des offiziellen Terminplans in Brüssel zu tun hatte. Klingt alles erstmal ziemlich harmlos, kann ja auch völlig belanglos sein, aber daran glaubt Julia nun wieder nicht. Ihre Recherchen scheinen gehörig mehr Staub aufzuwirbeln als es ein privater Grund je tun würde. Julia stößt plötzlich auf eine Mauer aus Schweigen, keiner beantwortet mehr ihre Fragen. Sie wird zur Persona non grata. Nicht nur in Politikerkreisen, auch in der Redaktion. Julia wird aufs Abstellgleis geschoben und muss „zur Strafe für ihr Weiterbohren“ zurück ins Großraumbüro und zu Anfängerterminen.

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