Schon der Ortsname Knuffingen verspricht amüsante Unterhaltung. Diese Erwartung wird nicht getrübt in diesem kurzweiligen Cosy-Crime. Die 300 Seiten sind ungeheuer flott gelesen, weil flott geschrieben und mit Personen ausgestattet, die einen immer wieder schmunzeln lassen. Schon die Namen sind „knuffig“: Kriminaloberkommissar Johannes Karl Friedrich Wunder, sein bester Freund, Modellbauer Ecki Schiener, Floristin Liora Märklin – passt alles dazu, dass dieser erste Teil einer neuen Reihe von Regionalkrimis angesiedelt sein soll in der fiktiven Welt des Miniaturwunderlands Hamburg. Das spielt aber beim Lesen überhaupt keine Rolle, Knuffingen wirkt so echt wie jedes andere kleine, eigentlich verschlafene Dorf auch.
Es passiert eigentlich eher mal nichts. Das erklärt dann auch, warum Jojo Wunder als einziger verfügbarer Kommissar in Knuffingen sich um die mysteriöse Brandserie auf Schloss Löwenstein kümmern soll. Alle anderen Kollegen sind krank, auf Fortbildung oder sonstwie verhindert. Einzig Frau Schumann, die Assistentin des Chefs und Jojos ehemalige Grundschullehrerin sowie Buddha der gutmütige Bernhardiner des Chefs, der immer vor dessen Bürotür döst, ist noch auf der Wache anzutreffen und sorgt zuverlässig dafür, dass Jojo sich nicht langweilt. Die Kommunikation läuft überwiegend über Post-its, die Helga Schumann Jojo an den PC heftet – im Namen des Chefs, den interessanterweise keiner mal zu Gesicht bekommt, der aber anscheinend immer bestens über alles informiert ist. Dank Helga wahrscheinlich. Jedenfalls schickt Helga Jojo zu Schloss Löwenstein, wo es wieder mal einen Brandanschlag gegeben hat. Doch bevor er sich näher damit beschäftigen kann, wird Jojo zu einem Leichenfund gerufen. Der Kolumnist des „Knuffinger Tageblatts“, Friedrich Frank wurde ermordet. Frank hat sich mit seiner Kolumne „mit spitzer Feder“ im Ort allerhand Feinde gemacht, Verdächtige gibt es also ausreichend.
Weiterlesen








