Shane Hollander lebt für den Eishockeysport. Als Kapitän der Montreal Voyageurs zählt für ihn nur der Sieg. Doch sein größter Rivale bringt ihn komplett aus dem Konzept: Ilya Rozanov, der selbstbewusste Superstar der Boston Bears. Auf dem Eis sind sie erbitterte Gegner. Abseits davon können sie die intensive Anziehungskraft zwischen sich kaum leugnen. Was als geheimes, riskantes Spiel beginnt, bedroht bald ihre Karrieren und ihre gesamte Zukunft. Was passiert, wenn das heißeste Geheimnis der Liga auffliegt?
„Heated Rivalry“ ist offiziell der zweite Band der „Game Changers“-Reihe von Rachel Reid. Überraschenderweise wurde dieser Teil im Deutschen vor Band eins veröffentlicht. Da er gleichzeitig als Vorlage für die geplante Serie dient, funktioniert der Einstieg hier jedoch wunderbar unabhängig.
Man kann sein Vermögen – so man eines hat – ja eigentlich hinterlassen, wem man möchte. Man kann es gerecht oder ungerecht aufteilen, einer Stiftung vermachen oder eine gründen, man kann es aber auch an Bedingungen knüpfen. So wie der exzentrische, berüchtigte Multimillionär Charles Cannes. Man könnte sagen, er macht sich einen perfiden Spaß daraus, seine geldgierige Familie, die eh schon fast allesamt von seinem Geld leben, zu einer Art Schnitzeljagd durch Luxemburg zu zwingen, sofern sie erben möchten. Mit einer guten Portion schwarzen Humors beschließt Charles Cannes, wer erben möchte, soll sich sein Geld verdienen. Eigentlich würde er ja gerne seiner Schwester, seiner Lieblingsenkelin und auch seiner Pflegerin ein bisschen mehr zukommen lassen als den anderen, aber dann würde sich der Rest der „lieben Familie“ auf die drei stürzen wie die Geier. Mit seinem seltsamen Testament möchte er erreichen, dass sich zeigt, wer tatsächlich würdig sein wird, mit so viel Geld umzugehen. Die Rede ist immerhin von einhundert Millionen. Bei der Testamentseröffnung ist die Überraschung denn auch groß. Charles hat für jeden einen Umschlag vorbereitet mit einem Rätsel, das es zu lösen gilt. Wer den Umschlag annimmt, verpflichtet sich, mitzuspielen. Wer ihn verweigert, ist raus. Die Rätsel sind kryptisch, philosophisch, erfordern geschichtliches, kulturelles und Allgemeinwissen, außerdem eine gute Kombinationsgabe und manchmal auch ziemlich viel Risikofreude. Charles‘ Idee dahinter war: entweder sie schlossen sich zusammen oder sie stürzten sich gegenseitig ins Unglück. „Sich zusammenschließen“ ist in Charles‘ Familie allerdings anscheinend keine Option. Hier kämpft lieber jeder für sich und gegen die anderen, um möglichst wenig abgeben zu müssen. Bis auf Gertrud, Charles‘ Schwester, nehmen alle den Umschlag und damit die Herausforderung an. Auch Charlie, seine Enkelin. Sie ist als einzige bereit, zu teilen und sich Hilfe beim Rätseln zu holen. Während die Verwandtschaft skrupellos versucht, an das Geld zu kommen, geht Charlie mit Scharfsinn und gerne auch mit Unterstützung von außen vor.
Vier ehemalige Schulkameraden treffen sich in einem abgeschiedenen Häuschen am See und haben sich nichts zu sagen. In einer Stadt sind geheimnisvolle Rattenfänger am Werk. Eine Frau erzählt eine erfundene Geschichte über sich und eine Großmutter. Jemand hofft, eine bestimmte Begegnung vermeiden zu können. Ein Mann fährt Woche für Woche ins Hospiz zu seiner Mutter.
In den Geschichten des slowakischen Autors Michal Tallo haben die Menschen keine Namen und leben an unbestimmten Orten. Sie leben einen Alltag wie jedermann und offenbaren seelische Abgründe wie jedermann. Dabei ist Tallos Blick auf seine Protagonisten zugewandt und voller Verständnis.
Die Geschichten sind wie eingefrorene Bilder. Sie zeigen Menschen, die irgendwie in einem endlosen Kreislauf aus Zwängen und Notwendigkeiten gefangen sind und auf einen Abgrund zusteuern, der dann aber doch nicht kommt. Die an ihren Selbstansprüchen scheitern. Sie sind Opfer und zugleich Erschaffer der Umstände, in denen sie leben.
Auch wenn Personen und Orte keine Namen haben, die Geschichten sind nicht beliebig. Sie sind wie Parabeln, nur ohne Lehre – die muss ich mir selbst verordnen und dabei bieten sich in jedem Fall verschiedene Denkanstöße bzw. Deutungsansätze.
Wenn ein Roman mit dem Tod des Protagonisten beginnt, ist dieser in den meisten Fällen nicht auf natürliche Weise eingetreten, und uns erwartet im weiteren Verlauf der Geschichte die kriminologische Aufklärung dieses und eventuell weiterer Verbrechen. Nicht so in Die Mitternachtsreise: Wir begegnen dem einundachtzigjährigen Wilbur Budd zwar zunächst an seinem Todestag, doch ist sein Ende zugleich auch der Anfang seiner Fahrt mit dem Mitternachtszug. Von diesem Zug aus kann Wilbur wichtige Stationen seiner Vergangenheit besuchen und sein jüngeres Ich in Schlüsselszenen seines Lebens beobachten. Das Ziel: im Reinen mit sich selbst in die Ewigkeit überzugehen. Für die Rückschau vom Jenseits aus gibt es jedoch gewisse Regeln, deren Einhaltung für das Zeitengefüge von äußerster Bedeutung ist. Aber was wäre, wenn Wilbur ihnen zum Trotz versuchen würde, die Vergangenheit zu ändern?
„Um ein gutes Leben zu führen, sollte man wissen, wann man Erwartungen einfach ignorieren muss. Auch wenn das bedeutet, die Regeln zu brechen.“
Die Absurditäten der Moderne in tiefsinnigem Humor verpackt – Maxim Leo ist ein Autor, dem diese Kombination bestens glückt. In seinem neusten Roman müssen erfolgreiche Menschen feststellen, dass sie nicht glücklich sind. Erfolg ist eben nicht alles, manchmal sogar das Gegenteil von Erfüllung. Doch die Erkenntnis, worauf es im Leben wirklich ankommt, lässt sich nicht so stringent wie ihre Karrieren erarbeiten. Diese Aha-Momente lauern in ungewöhnlichen Begegnungen, welche gefährliche Waldspaziergänge, jugendliche Klimaaktivisten oder außer Rand und Band geratene Tierrudel beinhalten. Ein köstlicher Roman, der aufzeigt, dass Selbstoptimierung ein Geschäftsmodell ist, welches das Leben komplizierter statt einfacher macht.
Achtsamkeitsseminar wider Willen Spitzenmanagerin Marlene steht mit 39 Jahren kurz davor, als Unternehmensnachfolgerin zur neuen CEO ihrer Firma aufzusteigen. Fachlich genießt sie eine einwandfreie Reputation, sie beschert der Firma riesige Gewinne und steht ihr an 365 Tagen zur Verfügung. „Marlene hatte die Grundidee von Urlaub nie verstanden dass man da extra irgendwo hinfährt, um gar nichts zu tun.“ (S. 6). Dumm nur, dass Marlene zu einem zweiwöchigen „Zwangsurlaub“ beziehungsweise Achtsamkeitsseminar in einem brandenburgischen Schloss verdonnert wurde. So gut Marlene mit Zahlen umgehen kann, so schlecht kann sie es mit Menschen. Kollegen und Kolleginnen bezeichnen sie als kaltherzig, unempathisch und jemanden, der nur Druck aufbaut. Folge: Marlene muss sich menschlich bei dem berühmten Mental Coach Alex Growe weiterentwickeln, wenn sie den Job als CEO bekommen will.
Die „mappa mundi“, auf der hier der eigentliche Schwerpunkt der Erzählung liegt, ist keine Erfindung des Autors, wie man vielleicht meinen möchte, es gab sie wirklich und auch an dem Ort, an dem sie im Roman entsteht. Die Ebstorfer Weltkarte wurde 1830 zufällig wiederentdeckt, im Konvent Ebstorf bei Lüneburg. Inzwischen kann man sich ein Bild davon machen mit einem Online-Faksimile, das die Universität Lüneburg zur Verfügung stellt.
Auch wenn die im Roman handelnden Personen größtenteils fiktiv sind, es gab eine Priorin namens Mechthild im Kloster Ebstorf, und natürlich ist auch Herzog Otto von Lüneburg historisch verbrieft. Agnes, seine Tochter im Roman ist allerdings fiktiv. Eine Karte der Welt, wie sie um 1300 bekannt war, ist der Traum der jungen, wissbegierigen Herzogstochter Agnes. Schon als Kind hat sie sich für alles interessiert, was außerhalb des Burghofes passiert, zu gerne würde sie selbst die Welt erkunden. Pater Aegidius, der sie auf der Burg unterrichtet, versucht ihren Wissensdurst zu stillen, so gut er kann. Mit einer kryptischen Zeichnung der Weltkarte auf einer kleinen Wachstafel weckt er erst recht Agnes‘ Interesse an der Geografie. Sie will unbedingt mehr wissen, will die Welt erfahren und aufzeichnen. Doch leider ist es ihr als Tochter des Herzogs kaum möglich, die Burg zu verlassen und wenigstens die umliegenden Gegenden zu erkunden. Viel zu selten kann sie Vater und Brüder mal auf die Falkenjagd begleiten und dann ja auch nur innerhalb der Ländereien des Herzogtums.
Penelope Weaver entstammt einer alteingesessenen, ehrwürdigen Familie. Seit Generationen besuchen die Weavers die Anaximander-Akademie und stehen unter dem Schutz der Göttin Athena. Dass Penelope und ihr Zwillingsbruder diesen Weg fortsetzen würden, galt als ausgemacht – ebenso wie die Gewissheit, von der Göttin selbst willkommen geheißen zu werden. Schließlich ist man ja wer!
Doch am Tag der Einschulung gerät für Penelope alles aus den Fugen – und zwar gründlich.
Während ihr Bruder und die übrigen Eleven scheinbar mühelos die Brücke überqueren, um sich im Amphitheater zur feierlichen Einführung einzufinden, wird Penelope in ein Geschehen verwickelt, das sich jeder Ordnung entzieht: Die kunstvoll geschnitzten Ranken der Brücke verwandeln sich plötzlich in Schlangen – igitt –, der Boden gerät in Bewegung, und sie findet sich schließlich, orientierungslos im Wald, einem ziemlich rätselhaften, gut aussehenden Mitschüler aus dem Haus Hades gegenüber.
Verspätet und außer Atem erreicht sie doch noch die Zeremonie – nur um wenig später, durchnässt (ganz lange Story), nicht etwa Athena, sondern Aphrodite zugeteilt zu werden. Statt Disziplin und Ernsthaftigkeit erwarten sie nun Lebenslust, Chaos – und eine Handvoll überraschend loyaler, warmherziger Gefährten.
Übung macht den Meister und Elle Kennedy hat in ihrer schriftstellerischen Laufbahn eine Menge gelernt, wie dieser wiederaufgelegte Roman von 2015 zeigt.
Spätestens seit der Off Campus Serie auf Amazon Prime ist die Reihe in aller Munde; die schicke Sonderausgabe vom Piper Verlag scheinbar so beliebt, dass ich die Lektüre mit dem zweiten Band anfangen musste, weil der erste noch im Nachdruck war. Die Spin-Off Reihe „Briar U“ habe ich vor einer Weile gelesen und war so begeistert davon, dass der erste Band 2024 im Silvester-Special unter meinen Jahreshighlights aufgeführt ist. Ich hab ihn sogar zweimal zu Geburtstagen verschenkt. Entsprechend begeistert und erwartungsvoll war ich, dieses Buch zu lesen, das sich als pastellfarbene Enttäuschung herausgestellt hat. Die silber-metallic Prägung kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Leser gerade 22 Euro für nichts ausgegeben hat.
Eigentlich beginne ich meine Rezensionen gerne mit einer neutralen Inhaltsangabe, damit jeder Leser sich selbst ein Bild machen kann, bevor er meine eingefärbte Meinung zu hören bekommt. Aber was soll ich machen, wenn in dem Buch einfach nichts passiert? Ich könnte an dieser Stelle natürlich den Klappentext einfügen, der nach einer ganz tollen Geschichte klingt, aber nicht wirklich etwas mit dem Buch zu tun hat.
Monte Carlo, die Stadt des Luxus und der verbotenen Spiele. Hier verlor Paxton Hawke alles: sein Vermögen, seinen Stolz und die Liebe seines Lebens. Ein Jahr später will er sie zurückerobern. Als er Amylia Bishop trifft, die beste Freundin seiner Ex, spannt er sie in seinen Plan ein. Was er nicht weiß: Amylia ist gleichzeitig die maskierte Mitarbeiterin, die ihn im Casino Nacht für Nacht im Blick behält. Er ahnt nicht, wer sie wirklich ist, doch zwischen ihnen entbrennt ein gefährliches Spiel aus Verlangen, Lügen und Verrat. In dieser Welt zählt nur eines: Wer gewinnt – und wer alles verliert.
Mit House of Hawke: Spiel ohne Regeln entführt die Autorin ihre Leserinnen und Leser in eine schillernde Welt aus Luxus, Intrigen und gefährlichen Gefühlen. Vor der glamourösen Kulisse Monte Carlos entwickelt sich eine Geschichte, die Rache, Begehren und persönliche Neuanfänge miteinander verbindet und dabei vor allem in der zweiten Hälfte spürbar an Sog gewinnt.
Der Einstieg verlangt etwas Geduld, weil die Handlung zunächst vergleichsweise langsam Fahrt aufnimmt. Sobald sich die zentralen Konflikte jedoch klarer abzeichnen, entwickelt der Roman eine spürbare Dynamik, die das Weiterlesen deutlich reizvoller macht. Gerade das Casino-Setting erweist sich dabei als große Stärke des Buches: Es verleiht der Geschichte eine besondere Atmosphäre.
David Safier ist einer von Deutschlands erfolgreichsten Autoren, seine Bücher landen regelmäßig auf der Bestsellerliste. Die Kriminalroman-Reihe um die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel umfasst mittlerweile schon fünf Bände. In seinem neusten Werk widmet er sich jedoch einem anderen Politiker: Armin Laschet.
In „Agent 00-Laschet“ wird Armin Laschet Bundespräsident. Im Schloss Bellevue angekommen, erwartet ihn jedoch eine große Überraschung: sein Job ist anders geartet, als bisher bekannt. Denn unter dem Schloss liegt die geheimste Geheimagentenzentrale weltweit. Und Armin Laschet ist dafür zuständig, den Agenten Zugang zu Orten zu ermöglichen, den sie ohne ihn nicht hätten. Sein erstes Mitwirken dabei dient nichts Geringerem als die Welt zu retten. Die gesamte Hoffnung der Welt liegt nun auf Armin Laschet als Agent 00-Laschet.
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