Nach dem Tod ihrer Nonna muss Isabella sich allein um die kleine Villa am Gardasee samt Zitronenplantage kümmern, doch das Erbe steckt bereits seit Jahren in Schulden. Ausgerechnet ihre erste große Liebe Raffaele de Luca setzt alles daran, das Anwesen zu kaufen – als sei sein Anblick nicht schon schwer genug, ohne dass er droht, Isabella ihr geliebtes Zuhause wegzunehmen. Gemeinsam mit ihren beiden besten Freundinnen aus der Schulzeit sucht sie fieberhaft nach einer Lösung.
Titel wie „Die kleine Zitronenfarm am Gardasee“ sind für gewöhnlich nicht das Genre, zu dem ich bevorzugt greife; da die Protagonistin und ich uns jedoch den gleichen Namen teilen, wollte ich dem Abenteuer Wohlfühlroman zumindest eine Chance geben. Es muss ja nicht immer alles düster und tiefgründig sein, manchmal braucht die Fantasie eben einen kurzen Urlaub in Italien.
Leider ist dieses Buch jedoch mehr als enttäuschend. Über fehlende Charakterentwicklung (oder fehlenden Charakter) bei den Figuren bin ich bereit hinwegzublicken; auch die Abwesenheit eines logisch-dramatischen Plots gehört vielleicht einfach zum Genre. Aber muss es so schlecht geschrieben sein? Dabei rede ich nicht einmal von der überragenden Empathie, die die Protagonistin sich zuschreibt, weil sie an den Tränen ihrer besten Freundin erkennt, dass etwas nicht in Ordnung ist. Oder darüber, dass Sätze oft dreifach erklärt werden, als werde hier von einem extrem dummen Leser ausgegangen. Meine Frage ist viel simpler als das: Wie viel Plusquamperfekt verträgt ein Buch, das bei einem der größten deutschsprachigen Verlage durchs Lektorat gegangen ist?
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