„Gulistan“ ist der Name einer Frau, die als Kurdin unter Saddam Husseins diktatorischem Regime im Irak lebt und dort ein Schattendasein fristet. Ihr Mann Çiya arbeitet als Schneider. Als er plötzlich verschwindet, beginnt mit Gulistans verzweifelter Suche nach ihm die Beschreibung von unermesslichem Leid. Als sie Çiya endlich bei einer Versammlung wiederbegegnet, trägt er die Uniform von Saddam Hussein als dessen Doppelgänger. Gulistan wird verhaftet und ihr Martyrium, bei dem sie fast den Verstand verliert, beginnt. Selbst ihre Schwangerschaft hält sie für eine Farce. Durch die Geburt ihres Kindes wachsen dann ein unerschütterlicher Wille und neue Kraft in ihr.
Gulistans schwer nachvollziehbare Ausdrucksform, in der sie immer wieder in die dritte Person oder erste Person Plural fällt, klingt wie fremdgesteuert. Die Autorin hat diese Sprachweise gezielt eingesetzt. Sie soll die Entfremdung der Figuren in sich spürbar machen und auf diese Weise vermitteln, dass diese Sprache aus einer anderen Zeit, von einem anderen Ort kommt. Wie Karosh Taha in einem Interview darlegt, ist dies ein Versuch, das Deutsche im Kurdischen und das Kurdische im Deutschen zu finden. Beide Sprachen sollen sich im lyrischen Ton der Erzählung treffen.
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